Wer den Neustart in den Vereinigten Arabischen Emiraten plant, steht vor einem Zusammenspiel aus Visum, Schulwahl, Wohnort und Familienalltag. Dieser Leitfaden zeigt, wie sich das Auswandern mit Kindern nach Dubai realistisch planen lässt – von der Beantragung bis zum Ankommen.
Jedes Familienmitglied braucht ein Residence Visa. Die Reihenfolge entscheidet: Zuerst sichern die Eltern ihr eigenes Visum, dann die Emirates ID, erst danach können sie die Kinder sponsern. Ohne diese Dokumente gibt es weder Schulplatz noch Mietvertrag noch Krankenversicherung.
Ohne eigenes Residence Visa keine Emirates ID – und ohne Emirates ID kein Zugang zu Schule, Bankkonto und Mietvertrag. Diese Abhängigkeitskette wird am häufigsten unterschätzt.
Lassen Sie sich von der Schule schriftlich bestätigen, welche Übergangsnachweise sie akzeptiert. Ohne klare Reihenfolge entstehen Lücken bei Versicherung, Schulstart und Mietvertrag – Fehler, die Wochen kosten.
| Schritt | Dauer |
|---|---|
| Visumantrag bis Genehmigung | etwa eine Woche |
| Bis zur aktiven Emirates ID | drei bis sechs Wochen |
| Schulbewerbung für Start im August | Januar bis April |
| Wartelisten beliebter Schulen | 6 bis 18 Monate |
| Legalisierung der Urkunden | mehrere Wochen |
Beginnen Sie sechs bis neun Monate vor dem geplanten Schulstart mit Recherche und Bewerbungen. Kinder können zwischenzeitlich visumfrei einreisen, der Status muss aber rechtzeitig umgewandelt werden, bevor Overstay-Gebühren anfallen.
Drei Wege führen zum eigenen Residence Visa: ein Arbeitsvisum über den Arbeitgeber, ein Visum über die eigene Gesellschaft in Free Zone oder Mainland, oder das Golden Visa mit zehn Jahren Laufzeit.
Für das Sponsoring der Kinder gilt:
Benötigte Unterlagen: gültige Reisepässe und Passfotos, beglaubigte und übersetzte Geburtsurkunden, Emirates ID und Visum des Sponsors, ein über Ejari registrierter Mietvertrag sowie ein Gehaltsnachweis.
Der Legalisierungsweg ist der häufigste Engpass: Beglaubigung im Heimatland, Übersetzung, dann Attestierung durch das Außenministerium der VAE. Starten Sie damit parallel zur Gründung, nicht danach.
Die Schulpflicht gilt für Kinder zwischen 6 und 18 Jahren. Öffentliche Schulen sind nur für Emiratis kostenfrei – Zugezogene nutzen private internationale Schulen.
Der Bewerbungsprozess umfasst Online-Anmeldung, Aufnahmegespräch oder Test und eine nicht erstattbare Anmeldegebühr.
Zur Schulwahl: Wer eine Rückkehr nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz plant, fährt mit dem deutschen Lehrplan am besten. Bei absehbaren weiteren Standortwechseln bieten britische oder IB-Programme mehr Anschlussfähigkeit.
Beim Leben mit Kindern zählt der Schulweg mehr als die Aussicht. Familien wählen überwiegend Communities am Stadtrand statt Hochhäuser in Downtown.
Unser Rat: Starten Sie mit einem möblierten Apartment für vier bis acht Wochen und testen Sie zwei oder drei Viertel, bevor Sie einen Jahresmietvertrag unterschreiben. Ein Mietvertrag in Dubai läuft üblicherweise ein Jahr und lässt sich nicht ohne Weiteres beenden.
Die fehlende Einkommensteuer klingt verlockend – für Familien mit Schulkindern relativieren die Lebenshaltungskosten diesen Vorteil aber erheblich.
Als Orientierung nennen wir Mandanten ein Haushaltsbudget ab etwa 7.500 Euro monatlich für ein Paar mit einem Kind, zuzüglich rund 2.000 Euro je weiterem Kind. Je nach Wohnlage, Schule und Lebensstil bewegt sich die Spanne zwischen etwa 5.700 und 10.500 Euro im Monat.
Rechnen Sie eine Reserve für Heimflüge und medizinische Sonderleistungen ein.
Eine Krankenversicherung ist in Dubai gesetzlich vorgeschrieben. Ohne gültige Police gibt es kein Residence Visa.
Dubai zählt zu den sichersten Großstädten weltweit. Für viele Familien ist genau das der Hauptgrund für den Schritt.
Englisch ist die Alltagssprache, Arabisch ist nicht nötig. Kinder an internationalen Schulen finden sich meist schnell zurecht.
Was hilft: Sportvereine, Musikschulen und deutschsprachige Gruppen früh ansteuern, regelmäßige Videocalls mit den Großeltern, vertraute Rituale beibehalten. Heimweh ist normal und geht meist vorüber – vorausgesetzt, es gibt vor Ort eine soziale Struktur.
Zu beachten sind lokale Regeln: angemessene Kleidung in Malls und öffentlichen Gebäuden, Rücksicht während des Ramadan, klare Regeln zu Alkohol in der Öffentlichkeit.
Der Umzug mit Kindern ist planbar – aber er ist ein Projekt mit Abhängigkeiten, nicht eine Reihe unabhängiger Schritte. Schule, Visum, Mietvertrag und Versicherung hängen aneinander, und ein verzögertes Glied verschiebt alles Folgende.
Aus unserer Begleitung: Der teuerste Fehler ist der zu späte Start bei den Urkunden. Wer Geburts- und Heiratsurkunden erst beglaubigen lässt, wenn die Lizenz steht, verliert vier bis sechs Wochen – und trifft damit unter Umständen den Schuljahresbeginn nicht mehr.
Unser Rat: Beginnen Sie mit zwei Dingen gleichzeitig, sobald die Entscheidung steht – der Legalisierung der Urkunden und den Schulbewerbungen. Beides hängt nicht am Visum und ist der längste Weg.
Und klammern Sie die steuerliche Seite nicht aus: Wegzugsbesteuerung, verbleibende Steuerpflicht und Meldepflichten gehören vor den Umzug geklärt, mit einem Berater im Heimatland.
Stand: 28. August 2026. Angaben zu Kosten und Fristen sind Orientierungswerte und ändern sich.
Welche Struktur zu Ihrem Vorhaben passt und wie der Ablauf im Einzelnen aussieht, steht auf unserer Seite zu Visa und Residency in den VAE.
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