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Influencer Lizenz Dubai: Was seit dem 1. Februar 2026 gilt

Wer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten heraus werbliche Inhalte veröffentlicht, braucht seit dem 1. Februar 2026 eine behördliche Genehmigung. Die Regel ist neu, sie wird durchgesetzt, und sie trifft deutlich mehr Menschen, als der Begriff Influencer Lizenz vermuten lässt.

Die kurze Antwort

Maßgeblich ist das Advertiser Permit des UAE Media Council. Es gilt für Staatsangehörige, Ansässige und Besucher gleichermaßen, sobald Werbeinhalte aus den VAE heraus veröffentlicht werden – unabhängig von der Followerzahl und unabhängig davon, ob Geld fließt.

SituationPermit nötig?
Bezahlte Kooperation mit einer Markeja
Kostenloses Produkt oder Hotelnacht gegen Beitragja
Affiliate-Links, auch für ausländische Shopsja
Bewerbung eigener Produkte ohne externe Vergütungim Einzelfall zu prüfen
Rein private Beiträge ohne jede Gegenleistungnein

Zwei Genehmigungen, nicht eine

Der Begriff Influencer Lizenz ist irreführend, weil er zwei getrennte Dinge zusammenzieht:

  • Eine Gewerbelizenz – aus einer Free Zone oder vom Mainland, mit einer passenden Tätigkeit wie Content Creation, Werbung oder Medien
  • Das Advertiser Permit des UAE Media Council – die eigentliche Erlaubnis, Werbung zu veröffentlichen

Das Permit ersetzt die Lizenz nicht, und die Lizenz ersetzt das Permit nicht. Beides muss vorliegen.

Die Rechtsgrundlage

Grundlage ist das Federal Decree-Law Nr. 55 von 2023 zur Medienregulierung. Die Sanktionen richten sich nach der Kabinettsentscheidung Nr. 42 von 2025. Der UAE Media Council setzt den Rahmen um und führt das Antragsportal.

Der Zweck ist erkennbar: Verbraucherschutz, klare Kennzeichnung von Werbung, Schutz kultureller und religiöser Normen – und die Professionalisierung eines Marktes, der stark gewachsen ist.

Wer den Antrag wo stellt

  • Staatsangehörige und Ansässige beantragen das Permit über das Onlineportal des UAE Media Council
  • Besuchende Creator müssen den Antrag über eine akkreditierte Agentur in den VAE stellen
  • Nach Erteilung ist die Permit-Nummer im Profil sichtbar zu führen, die genutzten Konten sind zu registrieren

Benötigt werden üblicherweise Passkopie, Aufenthaltstitel und Emirates ID, die Gewerbelizenz mit passender Tätigkeit sowie Angaben zu den Profilen und zur geplanten Art der Inhalte.

Was das kostet

Zu den Gebühren kursieren stark abweichende Angaben – von wenigen hundert bis zu mehreren tausend Dirham. Berichtet wird zudem eine Gebührenbefreiung für Ansässige in der Einführungsphase.

Wir nennen hier bewusst keine Zahl, die in drei Monaten falsch sein könnte. Verlässlich ist nur der Tarif, der im Portal des Media Council zum Zeitpunkt Ihres Antrags ausgewiesen wird. Was sich dagegen sicher summiert, sind die Kosten drumherum: Gewerbelizenz, Visum, Emirates ID und laufende Buchhaltung.

Strafen und Haftung

Bei Verstoß drohen Geldbußen bis in den siebenstelligen Dirham-Bereich, dazu Sperrungen von Konten und der Entzug des Permits.

Der Punkt, der in den meisten Ratgebern fehlt: Die Haftung endet nicht beim Creator. Unternehmen und Agenturen müssen prüfen, ob die Person, die für sie wirbt, ein gültiges Permit hält. Wer eine nicht lizenzierte Kooperation bucht, trägt ein eigenes Risiko.

Für Marken und Agenturen bedeutet das: Die Permit-Nummer gehört in den Kooperationsvertrag und in die Kampagnenprüfung, so selbstverständlich wie eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.

Inhaltliche Grenzen

  • Werbung ist eindeutig als solche zu kennzeichnen
  • Keine irreführenden Versprechen, besonders bei Finanz-, Trading- und Gesundheitsprodukten
  • Keine Beleidigung, Verleumdung, Hassrede oder Verbreitung ungeprüfter Meldungen
  • Zurückhaltung bei religiösen und politischen Themen
  • Keine Aufnahmen von Personen ohne Einwilligung, keine Bilder von Behörden- oder Militäreinrichtungen

Beiträge können nachträglich geprüft werden, insbesondere nach Beschwerden. Eine kritische Hotelbewertung ist unproblematisch; scharfe Kritik an staatlichen Stellen ist es nicht.

Die steuerliche Seite

Auf Ebene der Privatperson erheben die VAE keine Einkommensteuer – weder auf Honorare aus Kooperationen noch auf Affiliate-Erlöse. Das gilt aber nur bei tatsächlicher steuerlicher Ansässigkeit vor Ort.

  • Die Gesellschaft hinter der Lizenz unterliegt der Körperschaftsteuer: 0 % bis AED 375.000 Gewinn, darüber 9 %; der Nullsatz in der Free Zone setzt den QFZP-Status voraus
  • Registrierung zur Körperschaftsteuer binnen drei Monaten ab Gründung, sonst AED 10.000 Strafe
  • Umsatzsteuerpflicht ab AED 375.000 Jahresumsatz
  • Geldwerte Vorteile – Hotelnächte, Produkte, Upgrades – sind Einnahmen und gehören in die Buchhaltung

Der letzte Punkt wird am häufigsten übersehen. Wer zehn gesponserte Aufenthalte im Jahr annimmt, hat Umsatz erzielt, auch wenn nie Geld geflossen ist.

Wie wir das einordnen

Die Regelung ist kein Hürdenlauf, sondern eine Formalisierung. Wer ohnehin eine Gesellschaft in den VAE hält, kommt mit einem zusätzlichen Antrag durch. Teuer wird es nur für diejenigen, die bisher ohne Lizenz gearbeitet und darauf gesetzt haben, dass niemand hinsieht.

Aus unserer Beratung: Der häufigste Fehler ist die falsche Tätigkeit auf der Gewerbelizenz. Wer eine Handelslizenz hält und Werbung veröffentlicht, hat formal keine passende Grundlage für das Permit – und muss die Lizenz ändern, bevor der Antrag durchgeht. Das kostet Gebühren und Wochen.

Unser Rat an Creator, die aus dem DACH-Raum zuziehen: Klären Sie die Tätigkeit vor der Gründung, nicht danach. Und trennen Sie private und geschäftliche Konten von Anfang an – das erleichtert jede spätere Prüfung.

Vor dem Antrag klären

  • Deckt Ihre Gewerbelizenz Content Creation, Werbung oder Medien ab?
  • Liegen Aufenthaltstitel und Emirates ID vor?
  • Welche Konten nutzen Sie kommerziell und sollen registriert werden?
  • Ist die Frist zur CT-Registrierung im Kalender vermerkt?
  • Erfassen Sie geldwerte Vorteile bereits in der Buchhaltung?

Stand: 28. August 2026. Gebühren und Verfahren ändern sich in diesem Bereich schnell – maßgeblich sind die Angaben des UAE Media Council zum Zeitpunkt Ihres Antrags.

Welche Struktur zu Ihrem Geschäftsmodell passt und wie die Gründung abläuft, steht auf unserer Seite zur Firmengründung in der Freezone.

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Hannes Danho

Managing Director – Danho & Partner Wirtschaftskanzlei

Danho & Partner is a German-speaking business law firm in the DIFC, Dubai. We support entrepreneurs from the DACH region with company formation, taxes and banking in the UAE.

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