Eine Gesellschaft in Dubai gründen, ohne dort zu wohnen – das ist möglich und alltäglich. Kein Emirat verlangt ein Aufenthaltsvisum als Voraussetzung für die Lizenz. Die Frage ist eine andere: Wie weit kommen Sie ohne Residency, und wo hört es auf?
| Schritt | Ohne Wohnsitz möglich? | Anmerkung |
|---|---|---|
| Namensreservierung | ja | vollständig aus dem Ausland |
| Lizenzantrag | ja | Unterlagen digital einreichbar |
| Gesellschaftsvertrag | meist ja | teils Fernsignatur, teils Vollmacht nötig |
| Establishment Card | ja | gehört zur Lizenz |
| Firmenkonto | eingeschränkt | persönliche Vorsprache fast immer nötig |
| Visa für Mitarbeiter | nein | setzt Establishment Card und Büromodell voraus |
Die Lizenz ist also der einfache Teil. Der Engpass liegt beim Konto – und das ist der Punkt, an dem sich entscheidet, ob die Gesellschaft arbeitsfähig wird.
Die Schritte eins bis vier dauern zusammen selten länger als zwei Wochen. Der Zeitverlust entsteht fast immer davor – beim Beschaffen der beglaubigten Unterlagen – oder danach, wenn die Reise nicht rechtzeitig zustande kommt.
Ein praktischer Hinweis: Legen Sie den Reisetermin erst fest, wenn die Lizenz tatsächlich ausgestellt ist. Wer den Flug vorher bucht, riskiert, ohne Lizenz vor der Bank zu stehen – und ohne Lizenz gibt es kein Firmenkonto.
Wer nicht anreisen kann oder will, arbeitet mit einer Power of Attorney. Sie erlaubt einem Vertreter vor Ort, Anträge zu stellen und Dokumente zu unterzeichnen.
Rechnen Sie für diesen Weg ein bis drei Wochen Vorlauf und 200 bis 800 EUR ein. Banken akzeptieren Vollmachten für die Kontoeröffnung in der Regel jedoch nicht.
Nahezu alle Banken in den Emiraten verlangen für ein Firmenkonto die persönliche Anwesenheit mindestens eines Zeichnungsberechtigten. Der Grund liegt in den Vorschriften zur Identifizierung: Die Bank muss die Person physisch prüfen.
Planen Sie deshalb mindestens eine Reise ein. Zwei bis drei Tage vor Ort genügen meist, wenn die Unterlagen vorher vollständig aufbereitet sind.
Das Investor Visa ist an die Lizenz gekoppelt und in vielen Paketen bereits enthalten oder gegen Aufpreis buchbar. Der Aufwand ist überschaubar: eine Reise, ein Medical Check, die Emirates ID – zusammen wenige Tage.
Wer das Visum nimmt, löst damit fast alle Punkte der Liste oben auf einmal. Wer darauf verzichtet, spart einige tausend Dirham und handelt sich dauerhafte Reibung ein. Nach unserer Erfahrung rechnet sich der Verzicht nur, wenn die Gesellschaft reine Halte- oder Rechnungsstellungsfunktion hat und niemand vor Ort arbeitet.
Ohne Wohnsitz in den Emiraten sind Sie dort auch nicht steuerlich ansässig. Ihre persönliche Steuerpflicht bleibt im Heimatland – daran ändert die Gesellschaft nichts.
Für deutsche Gesellschafter kommt hinzu, dass die Gesellschaft je nach Ausgestaltung der Hinzurechnungsbesteuerung unterliegen kann und dass der Ort der Geschäftsleitung über die Zuordnung entscheidet. Wer aus Deutschland heraus leitet, riskiert, dass die Gesellschaft dort als ansässig behandelt wird.
Die Gründung ohne Wohnsitz ist technisch unkompliziert und wird deshalb gern als schneller Einstieg verkauft. Was dabei verschwiegen wird: Eine Gesellschaft ohne Konto ist kein Unternehmen, sondern ein Eintrag im Register.
Wir raten deshalb, die Frage umzudrehen. Nicht ob sich ohne Residency gründen lässt, sondern was die Gesellschaft tun soll. Soll sie Rechnungen stellen, Gehälter zahlen und Kunden bedienen, führt der Weg über Konto und Visum. Soll sie nur Anteile halten, geht es auch ohne.
Wer unsicher ist, sollte die Lizenz mit Visa-Option wählen und das Visum später ziehen. Der Aufpreis ist gering, die spätere Nachrüstung bedeutet in manchen Zonen dagegen einen Wechsel des Pakets.
Welche Strukturen zur Wahl stehen und was sie kosten, haben wir auf unserer Seite zum Gründen in Dubai zusammengestellt.
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