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Dubai Freezone: Leitfaden für Gründung, Standorte und Lizenzen 2026

Eine Dubai Freezone ist ein ausgewiesenes Wirtschaftsgebiet mit eigener Verwaltung, eigenem Lizenzsystem und gezielten Anreizen für internationale Unternehmen. In den VAE sind über 40 solcher Zonen aktiv, allein in Dubai mehr als 20. Sie tragen einen erheblichen Teil zur Wirtschaftsleistung der Stadt bei und wickeln einen großen Teil des Außenhandels ab.

Was eine Free Zone ausmacht

  • 100 % ausländisches Eigentum ohne lokalen Partner
  • 0 % Körperschaftsteuer auf qualifizierende Einkünfte – unter Bedingungen
  • Gründung häufig in zwei bis sieben Werktagen
  • Keine Beschränkungen beim Kapitaltransfer, volle Repatriierung von Gewinnen
  • Keine Zölle auf Waren innerhalb der Zone und beim Re-Export

Jede Zone hat eine eigene Behörde, die Lizenzen vergibt und als zentrale Anlaufstelle dient. Die erste Freizone der Emirate war die Jebel Ali Free Zone, gegründet 1985.

Der steuerliche Rahmen

Seit dem Federal Decree-Law Nr. 47 von 2022 gilt eine bundesweite Körperschaftsteuer. Sie ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juni 2023 beginnen: null Prozent bis AED 375.000 Gewinn, darüber neun Prozent.

Free-Zone-Gesellschaften können als Qualifying Free Zone Person den Nullsatz auf qualifizierende Einkünfte beanspruchen. Das ist kein Automatismus, sondern an vier Bedingungen geknüpft:

  • Angemessene wirtschaftliche Substanz in der Zone – Büro, Personal, Kernfunktionen vor Ort
  • Qualifizierende Einkünfte im Sinne der einschlägigen Kabinettsbeschlüsse
  • Einhaltung der Verrechnungspreisregeln samt Dokumentation
  • De-minimis-Grenze: nicht qualifizierende Einkünfte höchstens AED 5 Mio. oder 5 % des Gesamtumsatzes

Wird eine Bedingung verfehlt, entfällt der Nullsatz – und zwar nicht nur für den betroffenen Teil, sondern für sämtliche Einkünfte. Auch bei null Prozent bestehen Registrierungs-, Buchführungs- und Erklärungspflichten fort.

Die wichtigsten Zonen im Überblick

ZoneSchwerpunktGrößenordnung
JAFZALogistik, Fertigung, Petrochemieüber 11.000 Unternehmen, Hafen Jebel Ali
DMCCRohstoffe, Handel, Technologieüber 26.000 Mitglieder (2025)
DIFCFinanzdienstleistungen8.844 aktive Unternehmen (Ende 2025)
DAFZLuftfahrt, Pharma, Hightechrund 3.400 Unternehmen am Flughafen
Dubai SouthLuft- und Raumfahrt, E-Commercerund 4.000 Unternehmen (Ende 2024)
IFZABeratung, Dienstleistung, E-Commercegünstiger Einstieg

Ein paar Kennzahlen zur Einordnung: Im DIFC kamen 2025 rund 2.500 neu registrierte Unternehmen hinzu, ein Plus von 39 Prozent; über 1.000 Firmen sind dort reguliert. Die DMCC verzeichnete 2025 mehr als 2.300 Neuzugänge, wobei Technologie inzwischen der größte Sektor der Zone ist – vor den Rohstoffen, aus denen sie hervorging.

Daneben gibt es spezialisierte Zonen: Dubai Internet City für Technologie, Dubai Media City für Medien und Publishing, Dubai Design District für Mode und Design, Dubai Healthcare City für Kliniken und Forschung, Dubai CommerCity für E-Commerce.

Welche Lizenz zu welchem Geschäft passt

  • Handelslizenz – Import, Export, Distribution, Groß- und Einzelhandel. Typisch in JAFZA, DAFZ, DMCC und Dubai South.
  • Berufslizenz – Beratung, IT, Marketing, Agenturen. Verbreitet in Internet City, Media City und d3.
  • Industrielizenz – Produktion, Montage, Verpackung. Vor allem JAFZA und Dubai South.
  • E-Commerce-Lizenz – Onlinehandel, Plattform- und Marktplatzmodelle.
  • Spezialisierte Lizenzen – Finanzdienstleistungen im DIFC, Gesundheitsleistungen in der DHCC, Medienlizenzen in Media City und Studio City.
  • Freelance Permit – für Einzelpersonen ohne eigene Gesellschaft, verfügbar in mehreren Zonen.

Die im Antrag gewählte Tätigkeit muss exakt zum Geschäftsmodell passen. Daran hängen später die Kontoeröffnung, die Compliance und die steuerliche Einordnung.

Rechtsformen

  • FZE – ein Gesellschafter, beschränkte Haftung, geeignet für Einzelgründer
  • FZCO oder FZ-LLC – zwei bis fünfzig Gesellschafter, flexible Beteiligungsstrukturen
  • Zweigniederlassung – für ausländische Muttergesellschaften ohne eigene juristische Person

Banken stellen je nach Rechtsform unterschiedliche Anforderungen. Gesellschafterbeschlüsse, Angaben zur wirtschaftlich berechtigten Person und Passkopien aller Beteiligten gehören zum Standard.

Der Ablauf in acht Schritten

  1. Tätigkeit definieren – konkret, nicht als Sammelbegriff
  2. Zone auswählen nach Branche, Budget und Lage
  3. Firmennamen reservieren – online, meist in ein bis zwei Werktagen
  4. Lizenzantrag einreichen mit Passkopien, Fotos und Formular
  5. Büromodell wählen – Flexi-Desk, Shared Office oder eigene Fläche
  6. Lizenz erhalten – zwei bis fünf Werktage bei einfachen Dienstleistungen, mehrere Wochen bei regulierten Sektoren
  7. Visa und Emirates ID – Entry Permit, Medical Test, biometrische Erfassung, ein bis drei Wochen
  8. Firmenkonto eröffnen – der zeitaufwändigste Schritt, meist mit persönlichem Termin

Kosten und was sie treibt

  • Jährliche Lizenzgebühr, abhängig von Zone und Aktivität
  • Miete für Flexi-Desk, Shared Office oder eigene Fläche
  • Visa-Gebühren je Person, alle zwei Jahre erneut
  • Registrierungsgebühren, Kautionen, Übersetzungen und Beglaubigungen
  • Buchhaltung und Steuererklärung ab dem ersten Geschäftsjahr

Premiumzonen wie DIFC, DMCC oder Media City liegen deutlich über neueren oder peripheren Zonen. Der größte Hebel ist aber selten die Lizenz, sondern das Büromodell – es bestimmt zugleich das Visa-Kontingent.

Die Grenzen

Eine Free-Zone-Gesellschaft darf nicht ohne Weiteres auf dem Mainland verkaufen. Für Kunden innerhalb der VAE braucht es einen Distributor oder eine zusätzliche Mainland-Lizenz. Wer den lokalen Markt bedienen will, sollte das vor der Zonenwahl klären – nicht danach.

Ein späterer Zonenwechsel ist in der Praxis eine Neugründung mit neuer Lizenznummer. Auch der Schritt aufs Mainland ist möglich, bedeutet aber eine Zusatzlizenz, eine Tochtergesellschaft oder eine Umstrukturierung.

Was 2026 zusätzlich gilt

  • Registrierung zur Körperschaftsteuer binnen drei Monaten ab Gründung, sonst AED 10.000 Strafe
  • Steuererklärung innerhalb von neun Monaten nach Ende des Geschäftsjahres
  • Small Business Relief auf Antrag bis AED 3 Mio. Umsatz, begrenzt auf Steuerperioden bis Ende 2026
  • Economic Substance Regulations und das Register der wirtschaftlich Berechtigten
  • Elektronische Rechnungsstellung, die ab 2027 stufenweise verpflichtend wird

Häufige Fehler

  • Die Tätigkeit im Antrag zu eng gefasst – die erste Erweiterung kostet dann Gebühren
  • Eine Zone gewählt, die den eigenen Sektor nicht führt
  • Verlängerungskosten ab Jahr zwei nicht eingeplant
  • Die Kontoeröffnung zu spät begonnen, ohne aufbereitete Nachweise
  • Den QFZP-Status vorausgesetzt, ohne die Substanzanforderungen erfüllen zu können

Wie wir die Zonenwahl einordnen

Der günstigste Paketpreis ist selten der beste Rat. Entscheidend sind drei Dinge, die im Angebot meist nicht stehen: ob die Zone Ihre Tätigkeit sauber führt, wie Banken die Zone einordnen, und wie flexibel das Büromodell mitwächst.

Der Bankpunkt wird am häufigsten unterschätzt. Zonen mit gemischtem Ruf führen regelmäßig zu längeren Prüfungen bei der Kontoeröffnung. Ein paar tausend Dirham Ersparnis bei der Lizenz stehen dann Wochen ohne Konto gegenüber – und in dieser Zeit kann die Gesellschaft nicht arbeiten.

Unser Rat: Fragen Sie vor der Wahl, mit welchen Banken die Zone regelmäßig zusammenarbeitet, und rechnen Sie die Kosten über drei Jahre statt über das erste. Beides entscheidet mehr über den Erfolg der Struktur als der Preis des Startpakets.

Vor der Entscheidung klären

  • Welche Tätigkeit steht im Katalog, und führt Ihre Wunschzone sie?
  • Verkaufen Sie international oder auch an Kunden in den VAE?
  • Wie viele Visa brauchen Sie im ersten und im dritten Jahr?
  • Streben Sie den QFZP-Status an, und können Sie die Substanz aufbauen?
  • Sind Verlängerung, Buchhaltung und CT-Frist eingeplant?

Wie eine Firmengründung in der Freezone im Einzelnen abläuft, steht auf unserer Seite dazu.

Praxis-Guide Firma gründen in Dubai 2026
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Firma gründen in Dubai 2026

25 Seiten zu Gründung, Buchhaltung, Steuern und Bankkonto in den VAE.

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Hannes Danho

Geschäftsführer – Danho & Partner Wirtschaftskanzlei

Danho & Partner ist eine deutschsprachige Wirtschaftskanzlei im DIFC Dubai. Wir begleiten Unternehmer aus dem DACH-Raum bei Firmengründung, Steuern und Banking in den VAE.

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Unsere Lage ist strategisch im Herzen von Dubai positioniert und bietet bequemen Zugang zu wichtigen Sehenswürdigkeiten, Verkehrsknotenpunkten und dem  internationalen Flughafen.

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