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Firmengründung in Dubai: Kosten über drei Jahre gerechnet

Die Frage nach den Kosten wird fast immer für das erste Jahr gestellt. Das ist der Grund, warum viele Gründungen später teurer werden als geplant: Der Aufwand verlagert sich nach hinten, in Verlängerungen, Visa-Erneuerungen und Compliance.

Die drei Strukturen im Einstiegsvergleich

StrukturJahr 1 (AED)Ab Jahr 2 (AED)Visa
Free Zone16.000–50.000ab 16.000 zzgl. Büroja, kontingentiert
Mainland-LLC30.000–80.0008.000–15.000 zzgl. Büroja, an Fläche gekoppelt
Offshore10.000–20.000niedrig, keine Büropflichtnein

Die Posten, die jedes Jahr wiederkehren

  • Lizenzverlängerung – der größte Fixposten, oft höher als der rabattierte Erstpreis
  • Büro oder Desk – an das Visa-Kontingent gekoppelt und damit nicht frei skalierbar
  • Visa-Erneuerung – alle zwei Jahre, je Person, samt Medical
  • Buchhaltung – Pflicht ab dem ersten Tag, unabhängig vom Steuersatz
  • Krankenversicherung – für jede Person mit Visum vorgeschrieben

Die Posten, die niemand einplant

  • Steuererklärung und gegebenenfalls Audit – auch bei 0 % fällig
  • Beglaubigungen bei späteren Gesellschafterwechseln
  • Aktivitätsänderung, wenn das Geschäft sich verschiebt
  • Zweite Struktur, falls du später doch lokal verkaufen willst
  • Reisen – mindestens eine, praktisch meist zwei im ersten Jahr

Als Faustzahl: Rechne über drei Jahre mit dem Zwei- bis Zweieinhalbfachen der Gründungskosten. Wer bei AED 25.000 startet, landet realistisch bei AED 55.000 bis 65.000, bevor die Struktur eingeschwungen ist.

Was den Preis am stärksten bewegt

Nicht die Zone und nicht die Rechtsform, sondern die Zahl der Visa. Jedes zusätzliche Visum zieht ein größeres Büromodell nach sich, und das Büro ist in beiden Strukturen der teuerste laufende Posten. Wer mit einem Visum startet und im zweiten Jahr drei braucht, zahlt nicht das Dreifache, sondern springt auf eine andere Preisstufe.

Deshalb raten wir dazu, den Visa-Bedarf für drei Jahre zu schätzen und danach zu wählen – auch wenn das im ersten Jahr etwas mehr kostet.

Warum Mainland im zweiten Jahr günstiger wird

Der Einstiegsvergleich täuscht. Eine Mainland-Gesellschaft kostet in der Gründung deutlich mehr, weil Handelsregister, Beglaubigungen und häufig ein echter Mietvertrag dazukommen. Ab dem zweiten Jahr dreht sich das Bild: Die Lizenzverlängerung liegt dort regelmäßig unter der einer Free Zone.

Wer also langfristig plant und ohnehin ein Büro braucht, sollte nicht allein auf die Gründungskosten sehen. Über fünf Jahre gerechnet liegen beide Strukturen näher beieinander, als der erste Blick vermuten lässt.

Offshore ist die günstigste Variante – aber sie liefert kein Visum und keine Betriebsstätte. Als Holding für Beteiligungen sinnvoll, als operative Gesellschaft ungeeignet.

Was in unseren Paketen enthalten ist

Damit der Vergleich eine Grundlage hat: Unser Komplettpaket für eine Free-Zone-Gründung liegt bei 9.999 EUR ohne Visum und bei 12.500 EUR mit ein bis zwei Visa. Enthalten sind Lizenz, Registrierung zur Körperschaftsteuer, Establishment Card, die Begleitung bei der Kontoeröffnung und ein Jahr Buchhaltung.

Wir nennen den Preis bewusst vollständig, statt mit einem niedrigen Einstieg zu werben und die Posten später nachzureichen. Was nicht enthalten ist, steht ebenfalls im Angebot – Medical und Emirates ID je Person, Beglaubigungen bei einer Gesellschaft als Gesellschafter, und Zusatzgenehmigungen bei regulierten Tätigkeiten.

Die Kosten, die nicht in Dirham anfallen

Neben den Gebühren steht ein Posten, der in keiner Tabelle auftaucht: deine Zeit.

  • Mindestens eine Reise für Medical, Emirates ID und Bankgespräch, realistisch eine Woche
  • Häufig eine zweite Reise, weil die Karte erst nach sieben bis zehn Werktagen vorliegt
  • Wartezeiten in der Compliance-Prüfung der Bank, zwei bis vier Wochen ohne eigenes Zutun
  • Laufender Aufwand für Belege, Fristen und Verlängerungen

Wer diese Zeit nicht einplant, unterschätzt die Gründung – nicht finanziell, sondern organisatorisch.

Die steuerliche Seite gehört ins Budget

Seit Juni 2023 gilt die Körperschaftsteuer: null Prozent bis AED 375.000 Gewinn, darüber neun Prozent. In der Free Zone bleibt der Nullsatz nur bei Status als Qualifying Free Zone Person erhalten.

Wichtig fürs Budget ist aber ein anderer Punkt: Die Registrierung ist binnen drei Monaten ab Gründung vorzunehmen, sonst fallen AED 10.000 Strafe an – unabhängig davon, ob überhaupt Gewinn entstanden ist.

Wo sich sparen lohnt und wo nicht

Sparen lohnt sich beim Büromodell, solange das Visa-Kontingent es zulässt, und bei der Zahl der Aktivitäten auf der Lizenz. Beides lässt sich später anpassen.

Nicht sparen solltest du bei zwei Dingen: bei der Buchhaltung und bei der Wahl der Tätigkeit. Eine unpassende Lizenztätigkeit kostet später Gebühren und Wochen, und eine nachlässig geführte Buchhaltung wird spätestens bei der ersten Steuererklärung zum Problem – die Nachbereitung ist regelmäßig teurer, als die laufende Betreuung gewesen wäre.

Wie wir das einordnen

Die Gründung ist der kleinere Teil der Rechnung. Was langfristig zählt, ist der Betrieb: Verlängerungen, Visa, Buchhaltung, Steuererklärung.

Aus unserer Begleitung: Der häufigste Planungsfehler ist ein Budget, das exakt die Gründungskosten abdeckt und nichts darüber hinaus. Wenn dann im zweiten Jahr Lizenzverlängerung, Visumserneuerung und Jahresabschluss gleichzeitig fällig werden, entsteht ein Liquiditätsloch – bei einer Gesellschaft, die längst arbeitet.

Unser Rat: Kalkuliere das dritte Jahr, nicht das erste. Und lege die laufenden Kosten als monatliche Rücklage an, statt sie jährlich als Überraschung zu erleben.

Bevor du budgetierst

  • Wie viele Personen brauchen ein Visum, in Jahr 1 und in Jahr 3?
  • Verkaufst du an Kunden in den VAE, jetzt oder später?
  • Wie hoch ist dein erwarteter Gewinn – über oder unter AED 375.000?
  • Ist Buchhaltung eingerechnet, oder kommt sie obendrauf?
  • Steht Budget für das zweite und dritte Jahr bereit?

Die vollständige Aufstellung mit unseren Paketpreisen findest du auf der Seite zur Firmengründung in den VAE.

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Hannes Danho

Geschäftsführer – Danho & Partner Wirtschaftskanzlei

Danho & Partner ist eine deutschsprachige Wirtschaftskanzlei in der Meydan Free Zone, Dubai. Wir begleiten Unternehmer aus dem DACH-Raum bei Firmengründung, Steuern und Banking in den VAE.

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