Ein Non-Resident-Konto ermöglicht es, ein Bankkonto zu führen, ohne im jeweiligen Land ansässig zu sein. Es dient der internationalen Diversifikation von Vermögen außerhalb des Heimatlandes.
Georgien gehört zu den wenigen Standorten außerhalb der EU, an denen ein Konto für Ausländer ohne großen Aufwand zu bekommen ist. Die Banken sind modern, englischsprachig und schnell. Genau deshalb kursieren dazu auch besonders viele veraltete Informationen.
Diese Seite beschreibt, wie die Eröffnung abläuft, was ein georgisches Konto tatsächlich bringt, was es kostet und welche Pflichten damit verbunden sind – einschließlich der Punkte, die in den meisten deutschsprachigen Ratgebern fehlen oder falsch stehen.
Was in dieser Aufzählung bewusst fehlt, ist der Steuervorteil. Ein georgisches Konto senkt keine Steuerlast, es verlagert nur den Ort, an dem Ihr Geld liegt. Wer mit dieser Erwartung kommt, wird enttäuscht – wer Streuung und Zinsdifferenz sucht, findet einen der wenigen Standorte, an denen beides ohne Wohnsitz zugänglich ist.
Der Markt wird von zwei Instituten geprägt: TBC Bank und Bank of Georgia. Beide haben in London börsennotierte Muttergesellschaften und unterhalten Korrespondenzbankbeziehungen nach Europa und in die USA. Daneben gibt es eine Reihe kleinerer Banken, die für Nicht-Residenten aber seltener infrage kommen.
Diese Struktur erklärt zwei Dinge, die Neukunden regelmäßig überraschen. Erstens das Serviceniveau: Apps, Online-Banking und Kartenprodukte sind auf westeuropäischem Stand, häufig schneller als das, was Mandanten aus Deutschland gewohnt sind. Zweitens die Strenge der Prüfung: Ein Institut, das internationale Korrespondenzbeziehungen halten will, kann sich Nachlässigkeit bei der Geldwäscheprävention nicht leisten. Die als hart empfundene Compliance ist die Bedingung dafür, dass Ihre Überweisungen international überhaupt ankommen.
Beide großen Häuser führen zudem ein Premium-Segment für vermögendere Kunden, mit festem Ansprechpartner statt Schaltergespräch. Für Nicht-Residenten ist das häufig der praktische Unterschied: Wer aus dem Ausland eine Rückfrage der Compliance-Abteilung beantworten muss, ist mit einem Ansprechpartner erheblich besser dran als mit einer allgemeinen Serviceadresse.
Hier steht in fast allen deutschsprachigen Ratgebern der falsche Wert. Die Deckung lag zunächst bei 5.000 GEL, wurde 2020 auf 15.000 und 2024 auf 30.000 GEL angehoben.
Seit dem 1. April 2026 sind Einlagen bis 50.000 GEL je Einleger und Bank gesichert – rund 16.000 bis 17.000 Euro. Die Deposit Insurance Agency versichert ausdrücklich auch Einlagen von Nicht-Residenten, sowohl von Privatpersonen als auch von Gesellschaften. Im Liquidationsfall erfolgt die Erstattung innerhalb von zwanzig Kalendertagen.
Mehrere Konten bei derselben Bank werden zusammengerechnet. Das gilt auch über Kontomodelle hinweg: Ein Premium-Konto und ein Standardkonto beim selben Institut zählen zusammen, nicht doppelt. Wer höhere Beträge absichern will, verteilt sie auf mehrere Institute.
Zur Einordnung: Die europäische Sicherungsgrenze von 100.000 Euro liegt um ein Vielfaches darüber. Wer in Georgien einen sechsstelligen Betrag hält, hält den überwiegenden Teil davon ungesichert – auch dann, wenn er gut verzinst ist. Das ist kein Argument gegen den Standort, aber eines gegen die Konzentration auf ein Institut.
Das Zinsniveau ist für viele der eigentliche Anlass. Es lohnt sich, die Zahl zu verstehen, bevor man sie nimmt.
Die Nationalbank Georgiens hat ihren Refinanzierungssatz zuletzt am 29. Juli 2026 bestätigt; er liegt bei 8,25 Prozent. Die Inflation lag im Juni 2026 bei 5,8 Prozent, das mittelfristige Ziel der Notenbank bei 3 Prozent. Die hohen Sätze auf Lari-Einlagen sind also kein Sonderangebot für Ausländer, sondern der Preis des Geldes in einer Volkswährung mit höherer Inflation als der Euroraum.
| Währung | Festgeld 12 Monate | Was zu beachten ist |
|---|---|---|
| GEL (Lari) | rund 8 bis knapp 11 Prozent | volles Währungsrisiko gegenüber dem Euro |
| USD | rund 1,4 bis 4 Prozent | Dollarrisiko, dafür stabilere Basis |
| EUR | rund 0,4 bis 2,5 Prozent | kein Währungsrisiko, geringster Ertrag |
Die Werte stammen aus der Übersicht der Nationalbank über die effektiven Einlagenzinsen und ändern sich laufend. Die Spannen zwischen den Instituten sind erheblich – ein Vergleich lohnt sich, aber innerhalb einer Währung, nicht über die Währungen hinweg.
Georgien erhebt auf Zinsen, die an natürliche Personen und an Nicht-Residenten gezahlt werden, eine Quellensteuer von 5 Prozent. Die Bank behält sie ein, bevor der Zins auf Ihrem Konto landet. Aus 10 Prozent werden damit 9,5 Prozent.
Die Doppelbesteuerungsabkommen ändern das – unter anderem sehen die Abkommen mit Deutschland, Österreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten für Zinsen einen Quellensteuersatz von 0 Prozent vor. Der Haken liegt in der Praxis: Die Entlastung kommt nicht automatisch. Die Bank behält zunächst ein, und die Anwendung des Abkommenssatzes setzt voraus, dass Sie Ihre Ansässigkeit nachweisen, in der Regel über eine Ansässigkeitsbescheinigung Ihres Finanzamts. Wer diesen Schritt auslässt, zahlt 5 Prozent, obwohl er sie nicht müsste.
Ein Sonderfall betrifft Gesellschaften: Zahlungen an Empfänger, die in einer von Georgien gelisteten Niedrigsteuerjurisdiktion registriert sind, unterliegen einem Satz von 15 Prozent. Das gehört geprüft, bevor eine Gesellschaft als Kontoinhaberin auftritt.
Wer in Euro denkt und in Lari anlegt, tauscht Zinsertrag gegen Währungsrisiko. Zur Größenordnung: Am 31. August 2026 lag der Kurs bei rund 3,02 Lari je Euro. In den drei Monaten davor bewegte er sich zwischen 2,98 und 3,09 – eine Spanne von etwa dreieinhalb Prozent in einem einzigen Quartal.
Übersetzt heißt das: Ein Zinsvorsprung von sieben Prozentpunkten gegenüber einer Euro-Anlage kann von einer Kursbewegung aufgezehrt werden, die in Georgien nicht als außergewöhnlich gilt. Über mehrere Jahre kann sich der Zins durchsetzen – oder eben nicht. Wir rechnen Mandanten deshalb jede Anlage in ihrer eigenen Währung durch, nach Quellensteuer, nach Umtausch und nach Steuer im Wohnsitzstaat. Erst diese Zahl ist eine Entscheidungsgrundlage.
Konkrete Gebührenbeträge nennen wir auf dieser Seite bewusst nicht: Die Tarife der Banken ändern sich mehrfach im Jahr und unterscheiden sich nach Paket, Währung und Kundensegment. Eine Zahl aus einem sechs Monate alten Ratgeber ist keine Information, sondern ein Risiko. Was Sie stattdessen prüfen sollten, ist die Struktur der Kosten.
| Posten | Worauf zu achten ist |
|---|---|
| Eröffnungsgebühr für Nicht-Residenten | wird gesondert erhoben und unterscheidet sich von der für Ansässige |
| Monatliche Paket- oder Kontoführungsgebühr | enthält je nach Paket Karten und Freiposten; ohne Nutzung reines Fixkostenrisiko |
| SWIFT-Überweisungen | Sende- und Empfangsgebühr, dazu Kosten der Korrespondenzbank |
| Umtausch zwischen den Währungen | der oft größte Block, weil er als Kurs und nicht als Gebühr erscheint |
| Inaktivität | ungenutzte Konten werden eingeschränkt; die Reaktivierung kostet Zeit |
Lassen Sie sich das aktuelle Tarifblatt vor der Unterschrift aushändigen und rechnen Sie mit Ihren tatsächlichen Bewegungen, nicht mit dem Grundpreis. Bei kleinen Beträgen und häufigen Überweisungen nach Europa frisst die Kostenseite den Zinsvorteil auf.
Georgien nimmt am Common Reporting Standard teil. Der Standard wurde in nationales Recht umgesetzt, die Sorgfaltspflichten wurden abgeschlossen, und 2024 lief der erste vollständige Meldezyklus – ausgetauscht wurden die Daten des Jahres 2023.
Gemeldet werden Name, Anschrift, Geburtsdatum und Steuer-Identifikationsnummer, Kontonummer und Institut, der Saldo zum Jahresende sowie Zinsen und andere Kapitalerträge. Die Meldung geht an die Finanzverwaltung Ihres Ansässigkeitsstaates. Sie können ihr nicht widersprechen, und die Bank kann darauf nicht verzichten.
Ein georgisches Konto ist damit kein diskretes Konto. Wer es als solches sucht, sucht etwas, das es nicht mehr gibt – und auch keine Zwischenkonstruktion ändert daran: Der Standard erfasst nicht nur Kontoinhaber, sondern auch die wirtschaftlich Berechtigten passiver Rechtsträger.
Unabhängig von der automatischen Meldung gilt die eigene Erklärungspflicht. Sie ist der Punkt, an dem in der Praxis die meisten Probleme entstehen – nicht in Georgien, sondern zu Hause.
Vor Ort ist die Eröffnung häufig an einem Tag erledigt. Der eigentliche Aufwand liegt davor: Ein bis zwei Wochen für die Unterlagen sind realistisch. Über Vollmacht dauert es deutlich länger, weil Beglaubigung, Apostille, Übersetzung und Postweg dazukommen. Firmenkonten mit ausländischen Gesellschaftern brauchen erfahrungsgemäß am längsten.

Der wichtigste Punkt dieser Liste ist die Mittelherkunft, und er wird am häufigsten unterschätzt. Die Bank will keine Behauptung, sondern Dokumente: Steuerbescheid, Arbeitsvertrag, Kaufvertrag über eine verkaufte Beteiligung oder Immobilie, Ausschüttungsbeschluss, Jahresabschluss. Ein Kontoauszug allein erklärt nichts – er zeigt, dass Geld da ist, nicht woher es kommt.
Bereiten Sie zusätzlich eine Seite vor, die folgende Fragen beantwortet: Was verkaufen Sie oder woraus stammt Ihr Vermögen, an wen, in welchen Ländern, in welchen Währungen, in welcher Größenordnung. Diese eine Seite entscheidet in der Praxis häufiger über den Erfolg als jedes Formular.
Fernwege existieren, sind aber enger als die Werbung nahelegt. In der Praxis kommen drei Varianten vor: die Eröffnung über einen Bevollmächtigten vor Ort, eine Video-Identifizierung durch die Compliance-Abteilung und – je nach Konstellation und Zeitpunkt – ein digitales Onboarding über die Bank-App. Keine davon ist zugesichert; die Bank entscheidet im Einzelfall und ändert ihre Praxis ohne Ankündigung.
Am ehesten trägt der Weg über die Vollmacht. Damit die Bank sie akzeptiert, muss sie formal einwandfrei sein: Der Text muss die konkreten Handlungen benennen – Kontoeröffnung, Unterzeichnung der Bankunterlagen, Entgegennahme von Karte und Zugangsdaten. Eine allgemein gehaltene Vollmacht wird häufig zurückgewiesen. Dazu kommen die notarielle Beglaubigung Ihrer Unterschrift, die Apostille (Georgien und die DACH-Staaten sind Vertragsstaaten des Haager Übereinkommens, die Apostille ersetzt die aufwendigere Legalisation) und eine beglaubigte Übersetzung. Versendet wird im Original; Scans genügen nicht.
Der Aufwand ist der Grund, warum wir häufig zur Anreise raten: Ein Tag in Tiflis ist oft schneller und günstiger als vier Wochen Formalien.
Beides ist für Nicht-Residenten möglich, der Weg unterscheidet sich aber deutlich.
Das Privatkonto ist der Regelfall für Streuung, Anlage und private Zahlungen. Die Prüfung konzentriert sich auf Ihre Person, Ihre Tätigkeit und die Herkunft der Mittel.
Beim Geschäftskonto prüft die Bank zusätzlich die Gesellschaft: Gründungsunterlagen, Struktur, wirtschaftlich Berechtigte, Geschäftsmodell, erwartete Zahlungsströme und Vertragspartner. Ausländische Dokumente sind in der Regel zu apostillieren und zu übersetzen. Verschachtelte Strukturen über mehrere Länder verlängern die Prüfung erheblich, teils bis zur Ablehnung. Wer ein Geschäftskonto braucht, sollte den Zeitplan nicht an der Eröffnung, sondern an der Compliance-Prüfung ausrichten.
Beachten Sie: Eine Ablehnung ist kein neutrales Ereignis. Sie erschwert den nächsten Anlauf, auch bei einer anderen Bank. Deshalb ist der erste Antrag der wichtigste – und deshalb prüfen wir Unterlagen und Profil, bevor sie eingereicht werden.
Mit der Eröffnung beginnt die laufende Überwachung. Drei Dinge sollten Sie einplanen.
Rückfragen zu einzelnen Zahlungen. Geht ein größerer Betrag ein, der nicht ins bisherige Bild passt, fragt die Bank nach Beleg und Hintergrund. Wer schnell und vollständig antwortet, hat den Vorgang in Tagen erledigt.
Einschränkung bei Inaktivität. Ein Konto ohne Bewegung über mehrere Monate wird in einen eingeschränkten Status versetzt. Die Reaktivierung ist möglich, kostet aber Zeit – aus der Ferne mehr. Wer auf Vorrat eröffnet, hat am Ende nichts.
Aktualisierung der Kundendaten. Adressnachweise und Angaben zur Tätigkeit werden turnusmäßig neu angefordert. Keine Reaktion bedeutet Einschränkung bis Sperrung. Halten Sie deshalb eine Adresse und eine E-Mail hinterlegt, die Sie dauerhaft erreichen.
Georgien gehört nicht zur EU und nicht zum Euro-Zahlungsraum. Internationale Überweisungen laufen über SWIFT. Das funktioniert zuverlässig, ist aber langsamer und teurer als eine SEPA-Überweisung innerhalb Europas.
Wer regelmäßig kleinere Beträge nach Europa bewegt, sollte das in die Kostenrechnung aufnehmen. Für Anlage und Streuung fällt es kaum ins Gewicht. Eine georgische Mobilnummer erleichtert im Übrigen Legitimationen im Alltag erheblich – ein kleiner Punkt, der aus der Ferne einen großen Unterschied macht.
| Kriterium | Georgien | Bank in der EU | Bank in den VAE |
|---|---|---|---|
| Zugang ohne Wohnsitz | ja | eingeschränkt | in der Regel Residency erforderlich |
| Einlagensicherung | 50.000 GEL | 100.000 Euro | abweichendes System |
| Zinsniveau | hoch auf Lari, niedrig auf Euro | Euro-Niveau | am Dollar orientiert |
| Zahlungsverkehr nach Europa | SWIFT | SEPA | SWIFT |
| Informationsaustausch | ja, seit dem Meldezyklus 2024 | ja | ja |
Die Tabelle macht die Rolle Georgiens deutlich: Es ist der Standort mit dem einfachsten Zugang ohne Wohnsitz und dem höchsten Zins in Lokalwährung – bei der schwächsten Einlagensicherung und ohne SEPA. Das passt zu Streuung und Anlage, nicht zum täglichen Zahlungsverkehr mit Europa.
Sinnvoll ist ein georgisches Konto, wenn Sie Vermögen bewusst außerhalb von EU und Eurozone verteilen wollen, wenn Sie mehrere Währungen nebeneinander halten möchten, wenn Sie Beträge in der Größenordnung der Sicherungsgrenze anlegen und höhere Summen ohnehin auf mehrere Institute streuen – oder wenn Sie ohnehin regelmäßig in der Region sind.
Nicht sinnvoll ist es als Steuerinstrument, als Ersatz für eine europäische Hausbank im täglichen Zahlungsverkehr, als Ort für den überwiegenden Teil Ihres liquiden Vermögens – und als Versuch, etwas vor der eigenen Finanzverwaltung zu verbergen. Der letzte Punkt ist nach dem ersten Meldezyklus schlicht gegenstandslos.
Viele Mandanten kommen mit der Frage nach Georgien, meinen aber eine größere Umstellung. Dann ist das Konto nicht der erste Schritt, sondern der letzte.
Wer den Lebensmittelpunkt tatsächlich verlagert, klärt zuerst die Ansässigkeit. Für den DACH-Raum heißt das: die Wegzugsbesteuerung prüfen, bevor Anteile den Besitzer wechseln oder der Wohnsitz aufgegeben wird. Danach folgen Gesellschaft und Aufenthalt – etwa über eine Freezone-Gesellschaft und die Residency in den VAE. Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, entscheidet sich, welche Konten überhaupt gebraucht werden.
In dieser Reihenfolge hat ein georgisches Konto eine klare Rolle: Es ergänzt das operative Firmenkonto und das Bankkonto in Dubai um einen dritten Standort außerhalb von EU und Golfregion. Es ersetzt keines von beiden, und es ist auch kein Ersatz für eine Hausbank im Heimatland.
Umgekehrt gilt: Wer in Deutschland wohnt, dort arbeitet und dort steuerpflichtig bleibt, verschiebt mit einem georgischen Konto nur Guthaben. Aus Streuungsgründen kann das sinnvoll sein. Ein Beitrag zur Steuerplanung ist es nicht – und wir sagen das im Erstgespräch lieber deutlich, als es später zu korrigieren.
Ein Konto in Georgien ist ein Diversifikationsinstrument, kein Steuerinstrument. Es verteilt Jurisdiktions- und Währungsrisiko und verschafft Zugang zu einem Zinsniveau, das die Eurozone nicht bietet. Es tut nichts für Ihre Steuerlast.
Aus unserer Begleitung: Die häufigste Fehlvorstellung betrifft die Diskretion. Wer 2019 von einem georgischen Konto gehört hat, erinnert sich an einen Standort außerhalb des Informationsaustauschs. Diese Zeit ist seit dem ersten Meldezyklus 2024 vorbei. Die zweithäufigste betrifft den Zins: Gefragt wird nach dem Satz, nicht nach der Nettorendite in der eigenen Währung – und genau dort entscheidet sich die Sache.
Beachten Sie besonders: Die beworbenen zweistelligen Zinsen gelten für Lari. Rechnen Sie jede Anlage in Ihrer eigenen Währung durch, bevor Sie sich vom Zinssatz überzeugen lassen.
Unser Rat: Klären Sie zuerst den Zweck, dann die Währung, dann die Bank. Und erklären Sie das Konto im Wohnsitzstaat von Anfang an korrekt – nachträgliche Korrekturen sind teurer als die ursprüngliche Erklärung.
Kann ich als Deutscher ein Konto in Georgien eröffnen?
Ja. Ein Wohnsitz oder Aufenthaltstitel ist nicht erforderlich. Erforderlich sind Reisepass, Adressnachweis und plausible Angaben zur Tätigkeit.
Geht das aus der Ferne?
Es existieren Wege über eine beglaubigte Vollmacht mit Apostille. Die Verfügbarkeit schwankt und die Prüfung ist strenger. Der planbare Weg bleibt die persönliche Eröffnung.
Ist ein georgisches Konto anonym?
Nein. Georgien nimmt am automatischen Informationsaustausch teil; der erste vollständige Meldezyklus lief 2024.
Wie hoch ist die Einlagensicherung?
Seit dem 1. April 2026 bis 50.000 GEL je Einleger und Bank, auch für Nicht-Residenten. Mehrere Konten bei derselben Bank werden zusammengerechnet.
Wie hoch sind die Zinsen wirklich?
Auf zwölfmonatige Lari-Festgelder rund 8 bis knapp 11 Prozent, auf US-Dollar etwa 1,4 bis 4 Prozent, auf Euro deutlich darunter. Davon gehen 5 Prozent georgische Quellensteuer ab, sofern keine Abkommensentlastung beantragt wurde.
Muss ich das Konto in Deutschland angeben?
Ja. Ausländische Konten und Kapitalerträge sind zu erklären, unabhängig von der automatischen Meldung.
Wie lange dauert die Eröffnung?
Vor Ort häufig ein Tag, sofern die Unterlagen vollständig sind. Über Vollmacht mehrere Wochen, Firmenkonten deutlich länger.
Gibt es SEPA?
Nein. Georgien gehört nicht zum Euro-Zahlungsraum; internationale Überweisungen laufen über SWIFT.
Was passiert, wenn ich das Konto nicht nutze?
Nach einigen Monaten ohne Bewegung wird es in einen eingeschränkten Status versetzt. Die Reaktivierung ist möglich, kostet aber Zeit.
Hinweis
Diese Seite dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine steuerliche, rechtliche oder finanzielle Beratung im Einzelfall. Zinsen, Gebühren und Aufnahmekriterien der Banken ändern sich laufend. Die Entscheidung über eine Kontoeröffnung liegt ausschließlich beim jeweiligen Institut. Stand: 1. September 2026.
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