Bankkonto in Georgien eröffnen

Bankkonto in Georgien eröffnen: Ablauf, Unterlagen, Zinsen und Meldepflichten – begleitet von Danho & Partner.

Ein Non-Resident-Konto ermöglicht es, ein Bankkonto zu führen, ohne im jeweiligen Land ansässig zu sein. Es dient der internationalen Diversifikation von Vermögen außerhalb des Heimatlandes.

Bankkonto in Georgien eröffnen: was es leistet und was nicht

Georgien gehört zu den wenigen Standorten außerhalb der EU, an denen ein Konto für Ausländer ohne großen Aufwand zu bekommen ist. Die Banken sind modern, englischsprachig und schnell. Genau deshalb kursieren dazu auch besonders viele veraltete Informationen.

Diese Seite beschreibt, wie die Eröffnung abläuft, was ein georgisches Konto tatsächlich bringt, was es kostet und welche Pflichten damit verbunden sind – einschließlich der Punkte, die in den meisten deutschsprachigen Ratgebern fehlen oder falsch stehen.

Die drei Fragen vorab

  • Wofür brauchen Sie das Konto? Währungsstreuung, Zinsen, geschäftliche Abwicklung oder Vermögensdiversifikation außerhalb der Eurozone – die Antwort bestimmt Bank und Kontomodell.
  • Wo sind Sie steuerlich ansässig? Das Konto ändert daran nichts. Es ändert nur, wo Ihr Geld liegt.
  • Können Sie anreisen? Die persönliche Eröffnung ist der planbare Weg. Fernwege existieren, sind aber an Bedingungen geknüpft.
Infografik: Leistung und Grenzen eines Bankkontos in Georgien auf einen Blick

Warum Georgien

  • Zugang für Nicht-Residenten: Ausländer eröffnen Konten ohne Wohnsitz oder Aufenthaltstitel
  • Mehrere Währungen: Konten in GEL, USD und EUR nebeneinander
  • Zinsniveau: deutlich über dem der Eurozone, vor allem auf Lari-Einlagen
  • Tempo: Eröffnung häufig am selben Tag, Karte und Online-Banking unmittelbar danach
  • Streuung: ein Standort außerhalb von EU und Eurozone, rechtlich stabil und bankfachlich beaufsichtigt

Was in dieser Aufzählung bewusst fehlt, ist der Steuervorteil. Ein georgisches Konto senkt keine Steuerlast, es verlagert nur den Ort, an dem Ihr Geld liegt. Wer mit dieser Erwartung kommt, wird enttäuscht – wer Streuung und Zinsdifferenz sucht, findet einen der wenigen Standorte, an denen beides ohne Wohnsitz zugänglich ist.

Das georgische Bankensystem in Kürze

Der Markt wird von zwei Instituten geprägt: TBC Bank und Bank of Georgia. Beide haben in London börsennotierte Muttergesellschaften und unterhalten Korrespondenzbankbeziehungen nach Europa und in die USA. Daneben gibt es eine Reihe kleinerer Banken, die für Nicht-Residenten aber seltener infrage kommen.

Diese Struktur erklärt zwei Dinge, die Neukunden regelmäßig überraschen. Erstens das Serviceniveau: Apps, Online-Banking und Kartenprodukte sind auf westeuropäischem Stand, häufig schneller als das, was Mandanten aus Deutschland gewohnt sind. Zweitens die Strenge der Prüfung: Ein Institut, das internationale Korrespondenzbeziehungen halten will, kann sich Nachlässigkeit bei der Geldwäscheprävention nicht leisten. Die als hart empfundene Compliance ist die Bedingung dafür, dass Ihre Überweisungen international überhaupt ankommen.

Beide großen Häuser führen zudem ein Premium-Segment für vermögendere Kunden, mit festem Ansprechpartner statt Schaltergespräch. Für Nicht-Residenten ist das häufig der praktische Unterschied: Wer aus dem Ausland eine Rückfrage der Compliance-Abteilung beantworten muss, ist mit einem Ansprechpartner erheblich besser dran als mit einer allgemeinen Serviceadresse.

Die Einlagensicherung – Stand 2026

Hier steht in fast allen deutschsprachigen Ratgebern der falsche Wert. Die Deckung lag zunächst bei 5.000 GEL, wurde 2020 auf 15.000 und 2024 auf 30.000 GEL angehoben.

Infografik: Entwicklung der georgischen Einlagensicherung von 5.000 auf 50.000 GEL seit 2018

Seit dem 1. April 2026 sind Einlagen bis 50.000 GEL je Einleger und Bank gesichert – rund 16.000 bis 17.000 Euro. Die Deposit Insurance Agency versichert ausdrücklich auch Einlagen von Nicht-Residenten, sowohl von Privatpersonen als auch von Gesellschaften. Im Liquidationsfall erfolgt die Erstattung innerhalb von zwanzig Kalendertagen.

Mehrere Konten bei derselben Bank werden zusammengerechnet. Das gilt auch über Kontomodelle hinweg: Ein Premium-Konto und ein Standardkonto beim selben Institut zählen zusammen, nicht doppelt. Wer höhere Beträge absichern will, verteilt sie auf mehrere Institute.

Zur Einordnung: Die europäische Sicherungsgrenze von 100.000 Euro liegt um ein Vielfaches darüber. Wer in Georgien einen sechsstelligen Betrag hält, hält den überwiegenden Teil davon ungesichert – auch dann, wenn er gut verzinst ist. Das ist kein Argument gegen den Standort, aber eines gegen die Konzentration auf ein Institut.

Zinsen und Währungen

Das Zinsniveau ist für viele der eigentliche Anlass. Es lohnt sich, die Zahl zu verstehen, bevor man sie nimmt.

Die Nationalbank Georgiens hat ihren Refinanzierungssatz zuletzt am 29. Juli 2026 bestätigt; er liegt bei 8,25 Prozent. Die Inflation lag im Juni 2026 bei 5,8 Prozent, das mittelfristige Ziel der Notenbank bei 3 Prozent. Die hohen Sätze auf Lari-Einlagen sind also kein Sonderangebot für Ausländer, sondern der Preis des Geldes in einer Volkswährung mit höherer Inflation als der Euroraum.

WährungFestgeld 12 MonateWas zu beachten ist
GEL (Lari)rund 8 bis knapp 11 Prozentvolles Währungsrisiko gegenüber dem Euro
USDrund 1,4 bis 4 ProzentDollarrisiko, dafür stabilere Basis
EURrund 0,4 bis 2,5 Prozentkein Währungsrisiko, geringster Ertrag

Die Werte stammen aus der Übersicht der Nationalbank über die effektiven Einlagenzinsen und ändern sich laufend. Die Spannen zwischen den Instituten sind erheblich – ein Vergleich lohnt sich, aber innerhalb einer Währung, nicht über die Währungen hinweg.

Der Abzug, den die Zinswerbung auslässt: die Quellensteuer

Georgien erhebt auf Zinsen, die an natürliche Personen und an Nicht-Residenten gezahlt werden, eine Quellensteuer von 5 Prozent. Die Bank behält sie ein, bevor der Zins auf Ihrem Konto landet. Aus 10 Prozent werden damit 9,5 Prozent.

Die Doppelbesteuerungsabkommen ändern das – unter anderem sehen die Abkommen mit Deutschland, Österreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten für Zinsen einen Quellensteuersatz von 0 Prozent vor. Der Haken liegt in der Praxis: Die Entlastung kommt nicht automatisch. Die Bank behält zunächst ein, und die Anwendung des Abkommenssatzes setzt voraus, dass Sie Ihre Ansässigkeit nachweisen, in der Regel über eine Ansässigkeitsbescheinigung Ihres Finanzamts. Wer diesen Schritt auslässt, zahlt 5 Prozent, obwohl er sie nicht müsste.

Ein Sonderfall betrifft Gesellschaften: Zahlungen an Empfänger, die in einer von Georgien gelisteten Niedrigsteuerjurisdiktion registriert sind, unterliegen einem Satz von 15 Prozent. Das gehört geprüft, bevor eine Gesellschaft als Kontoinhaberin auftritt.

Der Wechselkurs entscheidet über das Ergebnis

Wer in Euro denkt und in Lari anlegt, tauscht Zinsertrag gegen Währungsrisiko. Zur Größenordnung: Am 31. August 2026 lag der Kurs bei rund 3,02 Lari je Euro. In den drei Monaten davor bewegte er sich zwischen 2,98 und 3,09 – eine Spanne von etwa dreieinhalb Prozent in einem einzigen Quartal.

Übersetzt heißt das: Ein Zinsvorsprung von sieben Prozentpunkten gegenüber einer Euro-Anlage kann von einer Kursbewegung aufgezehrt werden, die in Georgien nicht als außergewöhnlich gilt. Über mehrere Jahre kann sich der Zins durchsetzen – oder eben nicht. Wir rechnen Mandanten deshalb jede Anlage in ihrer eigenen Währung durch, nach Quellensteuer, nach Umtausch und nach Steuer im Wohnsitzstaat. Erst diese Zahl ist eine Entscheidungsgrundlage.

Was ein Konto in Georgien kostet

Konkrete Gebührenbeträge nennen wir auf dieser Seite bewusst nicht: Die Tarife der Banken ändern sich mehrfach im Jahr und unterscheiden sich nach Paket, Währung und Kundensegment. Eine Zahl aus einem sechs Monate alten Ratgeber ist keine Information, sondern ein Risiko. Was Sie stattdessen prüfen sollten, ist die Struktur der Kosten.

PostenWorauf zu achten ist
Eröffnungsgebühr für Nicht-Residentenwird gesondert erhoben und unterscheidet sich von der für Ansässige
Monatliche Paket- oder Kontoführungsgebührenthält je nach Paket Karten und Freiposten; ohne Nutzung reines Fixkostenrisiko
SWIFT-ÜberweisungenSende- und Empfangsgebühr, dazu Kosten der Korrespondenzbank
Umtausch zwischen den Währungender oft größte Block, weil er als Kurs und nicht als Gebühr erscheint
Inaktivitätungenutzte Konten werden eingeschränkt; die Reaktivierung kostet Zeit

Lassen Sie sich das aktuelle Tarifblatt vor der Unterschrift aushändigen und rechnen Sie mit Ihren tatsächlichen Bewegungen, nicht mit dem Grundpreis. Bei kleinen Beträgen und häufigen Überweisungen nach Europa frisst die Kostenseite den Zinsvorteil auf.

Meldepflicht: was viele Texte noch falsch darstellen

Georgien nimmt am Common Reporting Standard teil. Der Standard wurde in nationales Recht umgesetzt, die Sorgfaltspflichten wurden abgeschlossen, und 2024 lief der erste vollständige Meldezyklus – ausgetauscht wurden die Daten des Jahres 2023.

Gemeldet werden Name, Anschrift, Geburtsdatum und Steuer-Identifikationsnummer, Kontonummer und Institut, der Saldo zum Jahresende sowie Zinsen und andere Kapitalerträge. Die Meldung geht an die Finanzverwaltung Ihres Ansässigkeitsstaates. Sie können ihr nicht widersprechen, und die Bank kann darauf nicht verzichten.

Ein georgisches Konto ist damit kein diskretes Konto. Wer es als solches sucht, sucht etwas, das es nicht mehr gibt – und auch keine Zwischenkonstruktion ändert daran: Der Standard erfasst nicht nur Kontoinhaber, sondern auch die wirtschaftlich Berechtigten passiver Rechtsträger.

Ihre Pflichten im Wohnsitzstaat

Unabhängig von der automatischen Meldung gilt die eigene Erklärungspflicht. Sie ist der Punkt, an dem in der Praxis die meisten Probleme entstehen – nicht in Georgien, sondern zu Hause.

  • Kapitalerträge: Zinsen aus einem georgischen Konto sind im Wohnsitzstaat zu erklären. In Deutschland gehören sie zu den Einkünften aus Kapitalvermögen und in die Anlage KAP; ein Steuerabzug in Georgien ersetzt die Erklärung nicht.
  • Anrechnung: Eine in Georgien gezahlte Quellensteuer kann unter den Voraussetzungen des Abkommens angerechnet werden. Wer die Entlastung auf 0 Prozent hätte beantragen können und es versäumt hat, bekommt die zu viel gezahlte Steuer darüber aber nicht automatisch zurück.
  • Beteiligungen: Hält nicht Sie persönlich, sondern eine ausländische Gesellschaft das Konto, kommt die Anzeigepflicht nach § 138 Abs. 2 AO ins Spiel – sie knüpft an die Beteiligung, nicht an das Konto.
  • Österreich und die Schweiz: beide Staaten prüfen nach eigenem Recht, mit eigenen Regeln zur Erklärung ausländischer Kapitalerträge. Die Grundfrage ist dieselbe, die Antworten können abweichen.

Der Ablauf

  1. Zweck und Bank festlegen – Privat- oder Geschäftskonto, Währungen, erwartete Bewegungen
  2. Unterlagen vorbereiten – Reisepass, Adressnachweis, je nach Volumen Nachweise zur Mittelherkunft
  3. Termin oder Vollmacht – Eröffnung vor Ort in Tiflis oder über eine beglaubigte Vollmacht mit Apostille
  4. Compliance-Prüfung – die Bank prüft Identität, Tätigkeit und Mittelherkunft
  5. Aktivierung – Kontonummern, Karte, Online-Banking

Vor Ort ist die Eröffnung häufig an einem Tag erledigt. Der eigentliche Aufwand liegt davor: Ein bis zwei Wochen für die Unterlagen sind realistisch. Über Vollmacht dauert es deutlich länger, weil Beglaubigung, Apostille, Übersetzung und Postweg dazukommen. Firmenkonten mit ausländischen Gesellschaftern brauchen erfahrungsgemäß am längsten.

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Erforderliche Unterlagen

  • Reisepass, ausreichend gültig
  • Adressnachweis, in der Regel nicht älter als drei Monate
  • Angaben zur Tätigkeit und zum Zweck der Geschäftsbeziehung
  • Nachweise zur Mittelherkunft bei größeren Beträgen
  • Bei Gesellschaften: Gründungsdokumente, Gesellschafterstruktur, wirtschaftlich Berechtigte

Der wichtigste Punkt dieser Liste ist die Mittelherkunft, und er wird am häufigsten unterschätzt. Die Bank will keine Behauptung, sondern Dokumente: Steuerbescheid, Arbeitsvertrag, Kaufvertrag über eine verkaufte Beteiligung oder Immobilie, Ausschüttungsbeschluss, Jahresabschluss. Ein Kontoauszug allein erklärt nichts – er zeigt, dass Geld da ist, nicht woher es kommt.

Bereiten Sie zusätzlich eine Seite vor, die folgende Fragen beantwortet: Was verkaufen Sie oder woraus stammt Ihr Vermögen, an wen, in welchen Ländern, in welchen Währungen, in welcher Größenordnung. Diese eine Seite entscheidet in der Praxis häufiger über den Erfolg als jedes Formular.

Eröffnung aus der Ferne

Fernwege existieren, sind aber enger als die Werbung nahelegt. In der Praxis kommen drei Varianten vor: die Eröffnung über einen Bevollmächtigten vor Ort, eine Video-Identifizierung durch die Compliance-Abteilung und – je nach Konstellation und Zeitpunkt – ein digitales Onboarding über die Bank-App. Keine davon ist zugesichert; die Bank entscheidet im Einzelfall und ändert ihre Praxis ohne Ankündigung.

Am ehesten trägt der Weg über die Vollmacht. Damit die Bank sie akzeptiert, muss sie formal einwandfrei sein: Der Text muss die konkreten Handlungen benennen – Kontoeröffnung, Unterzeichnung der Bankunterlagen, Entgegennahme von Karte und Zugangsdaten. Eine allgemein gehaltene Vollmacht wird häufig zurückgewiesen. Dazu kommen die notarielle Beglaubigung Ihrer Unterschrift, die Apostille (Georgien und die DACH-Staaten sind Vertragsstaaten des Haager Übereinkommens, die Apostille ersetzt die aufwendigere Legalisation) und eine beglaubigte Übersetzung. Versendet wird im Original; Scans genügen nicht.

Der Aufwand ist der Grund, warum wir häufig zur Anreise raten: Ein Tag in Tiflis ist oft schneller und günstiger als vier Wochen Formalien.

Privatkonto oder Geschäftskonto

Beides ist für Nicht-Residenten möglich, der Weg unterscheidet sich aber deutlich.

Das Privatkonto ist der Regelfall für Streuung, Anlage und private Zahlungen. Die Prüfung konzentriert sich auf Ihre Person, Ihre Tätigkeit und die Herkunft der Mittel.

Beim Geschäftskonto prüft die Bank zusätzlich die Gesellschaft: Gründungsunterlagen, Struktur, wirtschaftlich Berechtigte, Geschäftsmodell, erwartete Zahlungsströme und Vertragspartner. Ausländische Dokumente sind in der Regel zu apostillieren und zu übersetzen. Verschachtelte Strukturen über mehrere Länder verlängern die Prüfung erheblich, teils bis zur Ablehnung. Wer ein Geschäftskonto braucht, sollte den Zeitplan nicht an der Eröffnung, sondern an der Compliance-Prüfung ausrichten.

Warum Anträge scheitern

  • Die Mittelherkunft ist nicht belegt. Der mit Abstand häufigste Grund.
  • Das Geschäftsmodell bleibt unklar. Wer nicht in zwei Sätzen sagen kann, wer bezahlt und wofür, wird abgelehnt.
  • Widersprüche in den Angaben. Die genannte Tätigkeit passt nicht zur Website, zum Vertrag oder zu den erwarteten Beträgen.
  • Erwartung und Realität weichen ab. Wer hohe Umsätze angibt und dann nichts bewegt, fällt im Monitoring auf – und umgekehrt.
  • Risikobehaftete Mittelherkunft. Eingänge von Kryptobörsen und Zahlungsströme aus Hochrisikoländern lösen gesonderte Prüfungen aus.

Beachten Sie: Eine Ablehnung ist kein neutrales Ereignis. Sie erschwert den nächsten Anlauf, auch bei einer anderen Bank. Deshalb ist der erste Antrag der wichtigste – und deshalb prüfen wir Unterlagen und Profil, bevor sie eingereicht werden.

Was nach der Eröffnung passiert

Mit der Eröffnung beginnt die laufende Überwachung. Drei Dinge sollten Sie einplanen.

Rückfragen zu einzelnen Zahlungen. Geht ein größerer Betrag ein, der nicht ins bisherige Bild passt, fragt die Bank nach Beleg und Hintergrund. Wer schnell und vollständig antwortet, hat den Vorgang in Tagen erledigt.

Einschränkung bei Inaktivität. Ein Konto ohne Bewegung über mehrere Monate wird in einen eingeschränkten Status versetzt. Die Reaktivierung ist möglich, kostet aber Zeit – aus der Ferne mehr. Wer auf Vorrat eröffnet, hat am Ende nichts.

Aktualisierung der Kundendaten. Adressnachweise und Angaben zur Tätigkeit werden turnusmäßig neu angefordert. Keine Reaktion bedeutet Einschränkung bis Sperrung. Halten Sie deshalb eine Adresse und eine E-Mail hinterlegt, die Sie dauerhaft erreichen.

Zahlungsverkehr: was Georgien nicht ist

Georgien gehört nicht zur EU und nicht zum Euro-Zahlungsraum. Internationale Überweisungen laufen über SWIFT. Das funktioniert zuverlässig, ist aber langsamer und teurer als eine SEPA-Überweisung innerhalb Europas.

Wer regelmäßig kleinere Beträge nach Europa bewegt, sollte das in die Kostenrechnung aufnehmen. Für Anlage und Streuung fällt es kaum ins Gewicht. Eine georgische Mobilnummer erleichtert im Übrigen Legitimationen im Alltag erheblich – ein kleiner Punkt, der aus der Ferne einen großen Unterschied macht.

Georgien im Vergleich

KriteriumGeorgienBank in der EUBank in den VAE
Zugang ohne Wohnsitzjaeingeschränktin der Regel Residency erforderlich
Einlagensicherung50.000 GEL100.000 Euroabweichendes System
Zinsniveauhoch auf Lari, niedrig auf EuroEuro-Niveauam Dollar orientiert
Zahlungsverkehr nach EuropaSWIFTSEPASWIFT
Informationsaustauschja, seit dem Meldezyklus 2024jaja

Die Tabelle macht die Rolle Georgiens deutlich: Es ist der Standort mit dem einfachsten Zugang ohne Wohnsitz und dem höchsten Zins in Lokalwährung – bei der schwächsten Einlagensicherung und ohne SEPA. Das passt zu Streuung und Anlage, nicht zum täglichen Zahlungsverkehr mit Europa.

Grenzen und Risiken

  • Keine EU-Einlagensicherung: Es gilt das georgische System mit 50.000 GEL, nicht die europäischen 100.000 Euro
  • Währungsrisiko: Bei Lari-Einlagen tragen Sie es vollständig
  • Regionales Umfeld: Georgien liegt in einer Region mit politischen Spannungen; das gehört in jede Risikobetrachtung
  • Konto ist kein Wohnsitz: Es begründet keine steuerliche Ansässigkeit und beendet keine bestehende
  • Ablehnungen kommen vor: unklare Tätigkeit, fehlende Mittelherkunft oder ein Profil, das nicht zur Bank passt

Für wen sich der Schritt lohnt – und für wen nicht

Sinnvoll ist ein georgisches Konto, wenn Sie Vermögen bewusst außerhalb von EU und Eurozone verteilen wollen, wenn Sie mehrere Währungen nebeneinander halten möchten, wenn Sie Beträge in der Größenordnung der Sicherungsgrenze anlegen und höhere Summen ohnehin auf mehrere Institute streuen – oder wenn Sie ohnehin regelmäßig in der Region sind.

Nicht sinnvoll ist es als Steuerinstrument, als Ersatz für eine europäische Hausbank im täglichen Zahlungsverkehr, als Ort für den überwiegenden Teil Ihres liquiden Vermögens – und als Versuch, etwas vor der eigenen Finanzverwaltung zu verbergen. Der letzte Punkt ist nach dem ersten Meldezyklus schlicht gegenstandslos.

Wenn das Konto Teil einer größeren Struktur ist

Viele Mandanten kommen mit der Frage nach Georgien, meinen aber eine größere Umstellung. Dann ist das Konto nicht der erste Schritt, sondern der letzte.

Wer den Lebensmittelpunkt tatsächlich verlagert, klärt zuerst die Ansässigkeit. Für den DACH-Raum heißt das: die Wegzugsbesteuerung prüfen, bevor Anteile den Besitzer wechseln oder der Wohnsitz aufgegeben wird. Danach folgen Gesellschaft und Aufenthalt – etwa über eine Freezone-Gesellschaft und die Residency in den VAE. Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, entscheidet sich, welche Konten überhaupt gebraucht werden.

In dieser Reihenfolge hat ein georgisches Konto eine klare Rolle: Es ergänzt das operative Firmenkonto und das Bankkonto in Dubai um einen dritten Standort außerhalb von EU und Golfregion. Es ersetzt keines von beiden, und es ist auch kein Ersatz für eine Hausbank im Heimatland.

Umgekehrt gilt: Wer in Deutschland wohnt, dort arbeitet und dort steuerpflichtig bleibt, verschiebt mit einem georgischen Konto nur Guthaben. Aus Streuungsgründen kann das sinnvoll sein. Ein Beitrag zur Steuerplanung ist es nicht – und wir sagen das im Erstgespräch lieber deutlich, als es später zu korrigieren.

Wie wir das einordnen

Ein Konto in Georgien ist ein Diversifikationsinstrument, kein Steuerinstrument. Es verteilt Jurisdiktions- und Währungsrisiko und verschafft Zugang zu einem Zinsniveau, das die Eurozone nicht bietet. Es tut nichts für Ihre Steuerlast.

Aus unserer Begleitung: Die häufigste Fehlvorstellung betrifft die Diskretion. Wer 2019 von einem georgischen Konto gehört hat, erinnert sich an einen Standort außerhalb des Informationsaustauschs. Diese Zeit ist seit dem ersten Meldezyklus 2024 vorbei. Die zweithäufigste betrifft den Zins: Gefragt wird nach dem Satz, nicht nach der Nettorendite in der eigenen Währung – und genau dort entscheidet sich die Sache.

Beachten Sie besonders: Die beworbenen zweistelligen Zinsen gelten für Lari. Rechnen Sie jede Anlage in Ihrer eigenen Währung durch, bevor Sie sich vom Zinssatz überzeugen lassen.

Unser Rat: Klären Sie zuerst den Zweck, dann die Währung, dann die Bank. Und erklären Sie das Konto im Wohnsitzstaat von Anfang an korrekt – nachträgliche Korrekturen sind teurer als die ursprüngliche Erklärung.

Was wir übernehmen

  • Klärung des Zwecks und Auswahl des passenden Kontomodells
  • Vorbereitung und Prüfung der Unterlagen vor Antragstellung
  • Aufbereitung der Mittelherkunft, damit sie der Prüfung standhält
  • Begleitung des Eröffnungsprozesses, vor Ort oder über Vollmacht
  • Einordnung der steuerlichen Folgen und Abstimmung mit Ihrem Berater im Heimatland

Häufige Fragen

Kann ich als Deutscher ein Konto in Georgien eröffnen?
Ja. Ein Wohnsitz oder Aufenthaltstitel ist nicht erforderlich. Erforderlich sind Reisepass, Adressnachweis und plausible Angaben zur Tätigkeit.

Geht das aus der Ferne?
Es existieren Wege über eine beglaubigte Vollmacht mit Apostille. Die Verfügbarkeit schwankt und die Prüfung ist strenger. Der planbare Weg bleibt die persönliche Eröffnung.

Ist ein georgisches Konto anonym?
Nein. Georgien nimmt am automatischen Informationsaustausch teil; der erste vollständige Meldezyklus lief 2024.

Wie hoch ist die Einlagensicherung?
Seit dem 1. April 2026 bis 50.000 GEL je Einleger und Bank, auch für Nicht-Residenten. Mehrere Konten bei derselben Bank werden zusammengerechnet.

Wie hoch sind die Zinsen wirklich?
Auf zwölfmonatige Lari-Festgelder rund 8 bis knapp 11 Prozent, auf US-Dollar etwa 1,4 bis 4 Prozent, auf Euro deutlich darunter. Davon gehen 5 Prozent georgische Quellensteuer ab, sofern keine Abkommensentlastung beantragt wurde.

Muss ich das Konto in Deutschland angeben?
Ja. Ausländische Konten und Kapitalerträge sind zu erklären, unabhängig von der automatischen Meldung.

Wie lange dauert die Eröffnung?
Vor Ort häufig ein Tag, sofern die Unterlagen vollständig sind. Über Vollmacht mehrere Wochen, Firmenkonten deutlich länger.

Gibt es SEPA?
Nein. Georgien gehört nicht zum Euro-Zahlungsraum; internationale Überweisungen laufen über SWIFT.

Was passiert, wenn ich das Konto nicht nutze?
Nach einigen Monaten ohne Bewegung wird es in einen eingeschränkten Status versetzt. Die Reaktivierung ist möglich, kostet aber Zeit.

Vertiefende Beiträge

Hinweis

Diese Seite dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine steuerliche, rechtliche oder finanzielle Beratung im Einzelfall. Zinsen, Gebühren und Aufnahmekriterien der Banken ändern sich laufend. Die Entscheidung über eine Kontoeröffnung liegt ausschließlich beim jeweiligen Institut. Stand: 1. September 2026.

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Mainland Firma
Geschäftstätigkeiten:
Steuern:
Büro- und Standortvorschriften:
Arbeitskräftevorschriften:
Geschäftsführung und Corporate Governance:
Niederlassungen und Tochtergesellschaften
Freezones haben spezifische Lizenzkategorien, die bestimmte Geschäftstätigkeiten abdecken. Die Geschäftstätigkeiten sind oft auf die spezialisierten Branchen der Freezone ausgerichtet.
Seit dem 1. Juni 2023 gilt auch in Freezones die Körperschaftsteuer. Erfüllt die Gesellschaft die Voraussetzungen als Qualifying Free Zone Person, beträgt der Satz auf qualifizierende Einkünfte 0 %, andernfalls 9 % über AED 375.000. Registrierung, Buchführung und Steuererklärung sind auch bei 0 % verpflichtend. Die Mehrwertsteuer von 5 % kann je nach Leistung ebenfalls anfallen.
Freezones haben oft flexible Regelungen bezüglich Bürostandorten und können auch virtuelle Büros anbieten.
Freezones haben normalerweise weniger strikte Vorschriften bezüglich der Anstellung von Ausländern und Visa-Bestimmungen für Mitarbeiter.
Freezones haben oft vereinfachte Corporate Governance-Anforderungen und weniger formale Verfahren.
Eine Freezone Firma kann Niederlassungen außerhalb der Freezone gründen, jedoch unterliegen diese Niederlassungen den Regeln der entsprechenden Mainland Behörden.
Eine Mainland Firma kann in den meisten Wirtschaftszweigen tätig sein und hat eine breitere Palette von Geschäftsmöglichkeiten.
Eine Mainland Firma unterliegt der Körperschaftsteuer: 0 % bis AED 375.000 steuerpflichtigem Gewinn, darüber 9 %. Der Nullsatz für Freezones steht ihr nicht offen. Die Mehrwertsteuer von 5 % gilt für die meisten Geschäftsvorfälle im Inland, die Registrierungspflicht beginnt ab AED 375.000 Jahresumsatz.
Eine Mainland Firma muss einen physischen Bürostandort in den VAE haben.
Bei einer Mainland Firma gelten die allgemeinen Arbeitskräftevorschriften der VAE.
Eine Mainland Firma unterliegt umfassenderen Corporate Governance-Regeln und Formalitäten.
Eine Mainland Firma kann Tochtergesellschaften in den VAE und im Ausland gründen.

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