Eine Firma in den USA zu gründen ist für Deutsche unkompliziert. Kompliziert wird es an den Stellen, die mit den USA gar nichts zu tun haben – bei der Ansässigkeit, der Einordnung im Heimatland und den Pflichten, die danach beginnen.
Dieser Beitrag ordnet die Entscheidungen in die Reihenfolge, in der sie tatsächlich anfallen.
Im Video: Wie die Gründung einer US LLC als Deutscher abläuft, was sie tatsächlich kostet und an welchen Stellen die steuerliche Einordnung in Deutschland zur Falle wird.
Diese Frage steht vor allen anderen, und sie wird fast immer zuletzt gestellt. Wer in Deutschland wohnt und dort arbeitet, bleibt dort steuerpflichtig – unabhängig davon, wo eine Gesellschaft registriert ist.
Daraus folgt: Eine US-Gesellschaft ist für einen in Deutschland Ansässigen kein Steuermodell. Sie kann trotzdem sinnvoll sein, aber aus operativen Gründen.
Entscheidend ist, ob in den USA tatsächlich etwas stattfindet: Kunden, ein Lager, Personal, eine feste Einrichtung.
Die LLC ist die übliche Wahl für Solo-Unternehmer, Agenturen, Berater und Handel. Sie ist schlank in der Verwaltung und in den USA standardmäßig transparent.
Die C Corporation kommt ins Spiel, sobald Investoren oder Mitarbeiterbeteiligung geplant sind oder Gewinne im Unternehmen bleiben sollen. Den Vergleich findest du unter C Corporation gründen.
Für Nicht-Ansässige ohne eigenes US-Geschäft sind Wyoming und New Mexico die übliche Wahl – keine öffentliche Gesellschafterliste, schlanke Verwaltung, niedrige Gebühren. Delaware lohnt sich vor allem bei institutionellen Investoren.
Der Datenschutzvorteil betrifft ausschließlich das öffentliche US-Register. Gegenüber Bank, IRS und deutschem Finanzamt ändert er nichts.
Kein Visum, keine Greencard, keinen Wohnsitz in den USA, keine Reise dorthin, kein Mindestkapital, keinen Notar und keinen amerikanischen Partner.
Was du brauchst, sobald du selbst vor Ort arbeiten willst, ist ein Visum – die Gesellschaft allein verschafft keines. Dazu mehr unter Firma in den USA gründen und Visum.
Die Gesellschaft steht in der Regel in zwei Werktagen, die EIN folgt nach etwa zwei Wochen, danach beginnt die Kontoeröffnung. Von der Beauftragung bis zur arbeitsfähigen Struktur solltest du rund drei Wochen einplanen, bei einem klassischen US-Konto länger.
Die staatlichen Gebühren liegen im niedrigen dreistelligen Dollarbereich. Das ist der kleinste Posten. Was die Struktur tatsächlich kostet, entsteht bei der Compliance auf beiden Seiten – die Rechnung über drei Jahre steht unter US LLC gründen Kosten.
Viele Mandanten kommen mit der Frage nach einer US-Gesellschaft und meinen eigentlich etwas anderes: Sie wollen ihre Steuerlast senken. Dafür ist die US-Gesellschaft das falsche Werkzeug, solange die Ansässigkeit unverändert bleibt.
Wer diesen Weg ernsthaft verfolgt, landet bei der Frage nach dem Lebensmittelpunkt – und damit bei einer Verlagerung, etwa in die Vereinigten Arabischen Emirate. Erst in dieser Kombination entfaltet eine US-Gesellschaft ihren steuerlichen Nutzen.
Aus unserer Begleitung: Die meisten beginnen bei Schritt 3 und wählen die Rechtsform, weil ein Anbieter sie empfohlen hat. Später stellt sich heraus, dass Schritt 1 nie geklärt wurde – und dann steht eine Gesellschaft, die Aufwand erzeugt und keinen Nutzen bringt.
Beachte besonders: Die Gründung ist der einfachste Teil des Vorhabens und kostet am wenigsten. Genau deshalb wird sie zuerst gemacht. Sinnvoll ist es umgekehrt.
Unser Rat: Beantworte die ersten beiden Fragen schriftlich, bevor du einen Anbieter kontaktierst. Wenn beide Antworten gegen eine US-Gesellschaft sprechen, hast du dir mehrere tausend Euro gespart.
Stand: 1. September 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall.
Ablauf, Kosten und Struktur im Überblick findest du auf unserer Seite zur US LLC. Wie Deutschland die Gesellschaft einordnet, steht unter US LLC Steuern in Deutschland.
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