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Firma in den USA gründen als Deutscher: der Überblick

Eine Firma in den USA zu gründen ist für Deutsche unkompliziert. Kompliziert wird es an den Stellen, die mit den USA gar nichts zu tun haben – bei der Ansässigkeit, der Einordnung im Heimatland und den Pflichten, die danach beginnen.

Dieser Beitrag ordnet die Entscheidungen in die Reihenfolge, in der sie tatsächlich anfallen.

Im Video: Wie die Gründung einer US LLC als Deutscher abläuft, was sie tatsächlich kostet und an welchen Stellen die steuerliche Einordnung in Deutschland zur Falle wird.

Schritt 1: Wo bist du ansässig?

Diese Frage steht vor allen anderen, und sie wird fast immer zuletzt gestellt. Wer in Deutschland wohnt und dort arbeitet, bleibt dort steuerpflichtig – unabhängig davon, wo eine Gesellschaft registriert ist.

Daraus folgt: Eine US-Gesellschaft ist für einen in Deutschland Ansässigen kein Steuermodell. Sie kann trotzdem sinnvoll sein, aber aus operativen Gründen.

Schritt 2: Hast du einen US-Bezug?

Entscheidend ist, ob in den USA tatsächlich etwas stattfindet: Kunden, ein Lager, Personal, eine feste Einrichtung.

  • Kein US-Bezug: Die Gesellschaft dient als Zahlungs- und Marktzugangsstruktur. In den USA fällt bei einer Ein-Personen-LLC ohne dortige Einkünfte meist keine Bundeseinkommensteuer an – die Erklärungspflichten bleiben.
  • Mit US-Bezug: Es entsteht regelmäßig eine US-Steuerpflicht, dazu Fragen zur Sales Tax in den einzelnen Bundesstaaten.

Schritt 3: LLC oder Corporation?

Die LLC ist die übliche Wahl für Solo-Unternehmer, Agenturen, Berater und Handel. Sie ist schlank in der Verwaltung und in den USA standardmäßig transparent.

Die C Corporation kommt ins Spiel, sobald Investoren oder Mitarbeiterbeteiligung geplant sind oder Gewinne im Unternehmen bleiben sollen. Den Vergleich findest du unter C Corporation gründen.

Schritt 4: Welcher Bundesstaat?

Für Nicht-Ansässige ohne eigenes US-Geschäft sind Wyoming und New Mexico die übliche Wahl – keine öffentliche Gesellschafterliste, schlanke Verwaltung, niedrige Gebühren. Delaware lohnt sich vor allem bei institutionellen Investoren.

Der Datenschutzvorteil betrifft ausschließlich das öffentliche US-Register. Gegenüber Bank, IRS und deutschem Finanzamt ändert er nichts.

Schritt 5: Was danach läuft

  • EIN beim IRS: auch ohne US-Sozialversicherungsnummer erhältlich, etwa zwei Wochen
  • Geschäftskonto: der eigentliche Engpass, vorbereitet in Tagen, ohne Vorbereitung in Wochen
  • Form 5472: jährlich bei ausländischem Gesellschafter, Strafe bei Nichtabgabe 25.000 USD je Jahr
  • Anzeige nach § 138 Abs. 2 AO: der Erwerb der Beteiligung ist dem deutschen Finanzamt zu melden
  • Annual Report: jährlich im Gründungsstaat

Was du nicht brauchst

Kein Visum, keine Greencard, keinen Wohnsitz in den USA, keine Reise dorthin, kein Mindestkapital, keinen Notar und keinen amerikanischen Partner.

Was du brauchst, sobald du selbst vor Ort arbeiten willst, ist ein Visum – die Gesellschaft allein verschafft keines. Dazu mehr unter Firma in den USA gründen und Visum.

Der Zeitplan

Die Gesellschaft steht in der Regel in zwei Werktagen, die EIN folgt nach etwa zwei Wochen, danach beginnt die Kontoeröffnung. Von der Beauftragung bis zur arbeitsfähigen Struktur solltest du rund drei Wochen einplanen, bei einem klassischen US-Konto länger.

Die Kostenfrage

Die staatlichen Gebühren liegen im niedrigen dreistelligen Dollarbereich. Das ist der kleinste Posten. Was die Struktur tatsächlich kostet, entsteht bei der Compliance auf beiden Seiten – die Rechnung über drei Jahre steht unter US LLC gründen Kosten.

Die Alternative, die selten geprüft wird

Viele Mandanten kommen mit der Frage nach einer US-Gesellschaft und meinen eigentlich etwas anderes: Sie wollen ihre Steuerlast senken. Dafür ist die US-Gesellschaft das falsche Werkzeug, solange die Ansässigkeit unverändert bleibt.

Wer diesen Weg ernsthaft verfolgt, landet bei der Frage nach dem Lebensmittelpunkt – und damit bei einer Verlagerung, etwa in die Vereinigten Arabischen Emirate. Erst in dieser Kombination entfaltet eine US-Gesellschaft ihren steuerlichen Nutzen.

Wie wir das einordnen

Aus unserer Begleitung: Die meisten beginnen bei Schritt 3 und wählen die Rechtsform, weil ein Anbieter sie empfohlen hat. Später stellt sich heraus, dass Schritt 1 nie geklärt wurde – und dann steht eine Gesellschaft, die Aufwand erzeugt und keinen Nutzen bringt.

Beachte besonders: Die Gründung ist der einfachste Teil des Vorhabens und kostet am wenigsten. Genau deshalb wird sie zuerst gemacht. Sinnvoll ist es umgekehrt.

Unser Rat: Beantworte die ersten beiden Fragen schriftlich, bevor du einen Anbieter kontaktierst. Wenn beide Antworten gegen eine US-Gesellschaft sprechen, hast du dir mehrere tausend Euro gespart.

Vor dem Start klären

  • Wo wirst du in den nächsten drei Jahren wohnen und arbeiten?
  • Findet in den USA tatsächlich etwas statt?
  • Sollen sich Investoren beteiligen?
  • Wer übernimmt die Erklärungen in den USA und in Deutschland?
  • Rechtfertigt der Nutzen den Aufwand in zwei Rechtsordnungen?

Stand: 1. September 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall.

Ablauf, Kosten und Struktur im Überblick findest du auf unserer Seite zur US LLC. Wie Deutschland die Gesellschaft einordnet, steht unter US LLC Steuern in Deutschland.

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Hannes Danho

Geschäftsführer – Danho & Partner Wirtschaftskanzlei

Danho & Partner ist eine deutschsprachige Wirtschaftskanzlei in der Meydan Free Zone, Dubai. Wir begleiten Unternehmer aus dem DACH-Raum bei Firmengründung, Steuern und Banking in den VAE.

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