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US LLC gründen: Kosten realistisch über drei Jahre gerechnet

Eine US LLC lässt sich für unter dreihundert Dollar gründen. Diese Zahl stimmt – sie beschreibt nur den kleinsten Teil dessen, was die Struktur tatsächlich kostet. Wer über drei Jahre rechnet statt über einen Monat, kommt auf ein anderes Bild.

Die staatlichen Gebühren

PostenBetragRhythmus
Filing Fee beim Secretary of Staterund 100 USDeinmalig
Annual Reportab rund 60 USDjährlich
Registered Agent50–150 USDjährlich
EIN beim IRSgebührenfreieinmalig

Bis hierhin ist alles günstig. Der Registerteil einer LLC kostet weniger als ein Gewerbeschein in Deutschland, und genau damit wird geworben.

Im Video: Wie die Gründung einer US LLC abläuft, was sie über die Registergebühr hinaus tatsächlich kostet und welche Steuerfallen deutsche Unternehmer am häufigsten übersehen.

Warum die Registergebühr so niedrig ist

Die US-Bundesstaaten konkurrieren um Gründungen. Wyoming, Delaware und New Mexico verdienen nicht an der Anmeldung, sondern an der Masse und an den Folgegebühren. Für den Staat ist eine LLC ein Eintrag in einer Datenbank – die Prüfung findet nicht dort statt, sondern später beim IRS und beim Finanzamt des Wohnsitzstaates.

Das erklärt, warum die Zahl in der Werbung so klein sein kann und warum sie trotzdem nichts über die tatsächlichen Kosten aussagt. Sie ist keine Gründungsgebühr im deutschen Sinn, sondern eine Registrierungsgebühr.

Was in den Angeboten meist fehlt

  • US-Steuererklärung mit Form 5472: Pflicht für jede LLC mit ausländischem Gesellschafter, jährlich, auch ohne Gewinn. Die Strafe bei Nichtabgabe liegt bei 25.000 USD je Jahr
  • Steuerliche Begleitung im Wohnsitzstaat: Ohne sie lässt sich die Einordnung der LLC nicht beurteilen
  • Buchhaltung: Auch eine transparente Gesellschaft braucht nachvollziehbare Zahlen
  • Kontoführung: Gebühren, Wechselkurse, Auslandsüberweisungen
  • Änderungen: Sitzverlegung, Gesellschafterwechsel oder Namensänderung kosten jeweils erneut

Realistisch liegt die laufende steuerliche Betreuung auf beiden Seiten im niedrigen vierstelligen Bereich pro Jahr. Wer diesen Posten streicht, spart nicht, sondern verschiebt ihn – mit Zinsen in Form von Säumniszuschlägen.

Eine Rechnung über drei Jahre

Nimm eine Ein-Personen-LLC in Wyoming, ohne US-Betriebsstätte, mit einem Gesellschafter im DACH-Raum.

BereichGrößenordnung über drei Jahre
Staatliche Gebühren und Registered Agentniedriger dreistelliger Eurobetrag
US-Steuererklärungen inkl. Form 5472vierstellig
Begleitung im Wohnsitzstaatvierstellig
Kontoführung und Nebenkostendreistellig

Der Registerteil macht über drei Jahre also einen Bruchteil der Gesamtkosten aus. Der Rest ist Compliance – und die ist nicht optional.

Kosten nach Nutzungsart

Der Aufwand hängt weniger von der Gesellschaft ab als von dem, was du damit tust.

  • Reine Zahlungsstruktur ohne US-Umsätze: der schlankeste Fall, aber die Erklärungspflichten bleiben vollständig bestehen
  • Digitale Produkte an US-Kunden: zusätzlich die Frage nach Sales Tax in den einzelnen Bundesstaaten, die eigenen Schwellen folgt
  • Warenhandel mit Lager in den USA: hier entsteht regelmäßig eine US-Steuerpflicht, der Aufwand steigt deutlich
  • Holding für Beteiligungen: geringer laufender Aufwand, dafür ist die Einordnung im Wohnsitzstaat besonders sorgfältig zu prüfen

Wer den ersten Fall kalkuliert und später im dritten landet, hat sich verrechnet. Die Nutzungsart gehört deshalb vor die Kostenschätzung, nicht danach.

Was den Preis nach oben treibt

  • Mehrere Gesellschafter: Aus der Disregarded Entity wird eine Partnership mit eigener Erklärung
  • US-Kunden oder US-Lager: Dann entsteht möglicherweise eine US-Steuerpflicht mit entsprechendem Aufwand
  • Delaware statt Wyoming: Franchise Tax und höhere laufende Gebühren
  • Nachträgliche Korrekturen: Wer zwei Jahre ohne Erklärungen gelaufen ist, zahlt für die Aufarbeitung ein Vielfaches

Der Vergleich zur deutschen GmbH

Die GmbH kostet in der Gründung deutlich mehr – Stammkapital von 25.000 Euro, davon die Hälfte einzuzahlen, dazu Notar und Handelsregister. Die laufenden Kosten sind dafür berechenbar, und es gibt nur ein Steuersystem zu bedienen.

Die LLC dreht das Verhältnis um: günstig im Einstieg, aufwendig im Betrieb, weil zwei Rechtsordnungen zusammenkommen. Wer nur die Gründungskosten vergleicht, vergleicht die falsche Zahl.

Die Schließung gehört in die Rechnung

Auch das Ende kostet. Die Auflösung verlangt je nach Bundesstaat einen Auflösungsbeschluss, die Abmeldung beim Secretary of State und eine abschließende Steuererklärung beim IRS. Wer die LLC stattdessen einfach nicht mehr verlängert, gerät in den Status der administrativen Auflösung – offene Gebühren und Erklärungspflichten bleiben davon unberührt.

Rechne für einen sauberen Abschluss mit einem niedrigen vierstelligen Betrag und einigen Wochen. Das ist kein großer Posten, aber er sollte nicht überraschen.

Wo sich sparen lässt und wo nicht

Sparen lässt sich beim Bundesstaat, solange keine besonderen Anforderungen bestehen, und beim Registered Agent – die Leistung ist weitgehend standardisiert.

Nicht sparen solltest du bei zwei Posten. Die US-Steuererklärung ist keine Formsache, sondern der Punkt mit dem höchsten Einzelrisiko. Und die Beurteilung im Wohnsitzstaat entscheidet darüber, ob die Struktur überhaupt trägt. Beides zusammen kostet weniger, als eine Nacherklärung nach zwei Jahren kostet.

Wie wir das einordnen

Aus unserer Begleitung: Die Kostenfrage wird fast immer zu früh gestellt. Sie ist die zweite Frage. Die erste lautet, ob die LLC für deine Ansässigkeit überhaupt das richtige Werkzeug ist – und in vielen Fällen lautet die Antwort nein.

Merk dir diese Faustzahl: Rechne über drei Jahre mit einem mittleren vierstelligen Eurobetrag, wenn die Struktur ordentlich geführt wird. Wer mit dreihundert Dollar kalkuliert, kalkuliert die Registergebühr und nicht die Gesellschaft.

Unser Rat: Hol dir vor der Gründung ein Angebot, das die laufende Betreuung einschließt, nicht nur die Anmeldung. Anbieter, die nur den Einstiegspreis nennen und die Erklärungspflichten nicht erwähnen, verkaufen dir eine halbe Struktur.

Vor der Beauftragung klären

  • Enthält das Angebot die US-Steuererklärung mit Form 5472?
  • Wer betreut die steuerliche Seite in deinem Wohnsitzstaat?
  • Was kostet die Verlängerung im zweiten und dritten Jahr?
  • Sind Kontoeröffnung und Kontoführung eingerechnet?
  • Rechtfertigt dein Geschäftsmodell den laufenden Aufwand überhaupt?

Stand: 1. September 2026. Angaben sind Orientierungswerte; Gebühren und Sätze ändern sich.

Ablauf, Struktur und steuerliche Einordnung findest du auf unserer Seite zur US LLC. Wie Deutschland die Gesellschaft einordnet, steht unter US LLC Steuern in Deutschland.

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Hannes Danho

Geschäftsführer – Danho & Partner Wirtschaftskanzlei

Danho & Partner ist eine deutschsprachige Wirtschaftskanzlei in der Meydan Free Zone, Dubai. Wir begleiten Unternehmer aus dem DACH-Raum bei Firmengründung, Steuern und Banking in den VAE.

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