Die Emirate erheben seit dem 1. Januar 2018 eine Umsatzsteuer von 5 Prozent (Federal Decree-Law No. 8 of 2017). Sie funktioniert im Grundsatz wie die deutsche Mehrwertsteuer: Der Unternehmer schlägt sie auf seine Leistungen auf, zieht die auf Eingangsrechnungen gezahlte Vorsteuer ab und führt die Differenz an die Federal Tax Authority ab. Der Satz ist einer der niedrigsten weltweit; Deutschland liegt bei 19 Prozent (§ 12 UStG).
Registrierungspflichtig wirst du, wenn deine steuerbaren Umsätze in den vergangenen zwölf Monaten AED 375.000 überschritten haben oder in den kommenden dreißig Tagen überschreiten werden. Eine freiwillige Registrierung ist ab AED 187.500 möglich, sinnvoll etwa dann, wenn du hohe Vorsteuerbeträge geltend machen willst.
Die Schwelle ist ausdrücklich nicht mit der Schwelle der Körperschaftsteuer zu verwechseln, auch wenn beide bei AED 375.000 liegen: Die eine bezieht sich auf den Umsatz, die andere auf den steuerpflichtigen Gewinn. Mehr zur Körperschaftsteuer im Lexikonbeitrag Corporate Tax VAE.
Weil mehrere Grenzen in den Emiraten ähnlich klingen, stehen hier die wichtigsten Werte nebeneinander.
| Regel | Schwelle | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| VAT, freiwillige Registrierung | ab AED 187.500 | steuerbare Umsätze |
| VAT, Pflichtregistrierung | ab AED 375.000 | steuerbare Umsätze der vergangenen zwölf Monate oder der kommenden dreißig Tage |
| Corporate Tax, Nullsatz | bis AED 375.000 | steuerpflichtiger Gewinn; 9 Prozent auf den Teil darüber |
| Small Business Relief | bis AED 3 Mio. | Umsatz, für Steuerperioden bis 31.12.2029 |
| Corporate Tax für natürliche Personen | mehr als AED 1 Mio. | Umsatz aus lizenzpflichtiger Geschäftstätigkeit im Kalenderjahr |
| E-Invoicing, erste Stufe | ab AED 50 Mio. | Umsatz; Pflicht ab dem 1. Januar 2027 |
Drei Kategorien sind zu unterscheiden, und der Unterschied zwischen den ersten beiden ist bares Geld wert.
Der praktische Unterschied: Bei nullbesteuerten Umsätzen darfst du die Vorsteuer aus deinen Eingangsrechnungen weiterhin abziehen, bei befreiten Umsätzen nicht. Für ein Unternehmen mit hohen Vorleistungen entscheidet diese Zuordnung über die tatsächliche Belastung.
Erbringst du von den Emiraten aus Leistungen an Kunden außerhalb der VAE, greift in der Regel der Nullsatz für Exporte. Das ist einer der Gründe, warum Dienstleister mit internationaler Kundschaft in Dubai häufig faktisch keine Umsatzsteuer auf ihre Ausgangsrechnungen ausweisen, die Registrierungspflicht besteht ab der Schwelle dennoch, ebenso die Erklärungspflicht. Die Voraussetzungen des Nullsatzes sind im Einzelfall zu prüfen und zu dokumentieren.
Seit dem 1. Januar 2026 gilt eine Fünfjahresfrist für die Geltendmachung von Vorsteuerüberhängen. Wer Erstattungsansprüche auflaufen lässt, sollte sie nicht unbegrenzt liegen lassen.
Hinzu kommt die verpflichtende elektronische Rechnungsstellung, die 2027 gestaffelt in Kraft tritt. Wer seine Buchhaltung ohnehin neu aufsetzt, sollte die Systemwahl daran ausrichten.
Nach dem aktuellen Stand gilt die Pflicht ab dem 1. Januar 2027 für Unternehmen mit einem Umsatz ab AED 50 Mio. und ab dem 1. Juli 2027 für Unternehmen darunter. Sie knüpft nicht an die VAT-Registrierung an; B2C-Umsätze sind ausgenommen. Einzelheiten findest du im Beitrag E-Invoicing in den VAE.
Nach einer Firmengründung in Dubai stellt sich die VAT-Frage meist erst, wenn die ersten Rechnungen geschrieben werden. Aus unserer Begleitung sind es vor allem drei Punkte: ob der Umsatz die Schwelle bereits erreicht hat, ob Leistungen an Kunden im Ausland nullbesteuert sind und wie die Vorsteuer aus der Gründungsphase zu behandeln ist.
Beachte besonders: Die Schwelle bezieht sich nicht nur auf die vergangenen zwölf Monate, sondern auch auf die kommenden dreißig Tage. Wer absehbar in diesem Zeitraum über AED 375.000 kommt, wird bereits dadurch registrierungspflichtig. Wenn du den Wechsel nach Dubai noch planst, ordnet der Beitrag Steuern Dubai vs. Deutschland die Unterschiede ein; was Ausländer insgesamt zahlen, steht unter Dubai Steuern für Ausländer.
Unser Rat: Behandle die Registrierung als Teil der laufenden Buchhaltung und nicht als einmaligen Antrag. Wie VAT und Corporate Tax zusammenspielen, zeigen wir auf der Seite Steuern in Dubai. Eine saubere Zuordnung der Umsätze von Beginn an erleichtert jede spätere Erklärung.
Die Umsatzsteuer ist in den Emiraten selten das entscheidende Kriterium: 5 Prozent sind niedrig, und Exportumsätze sind häufig nullbesteuert. Aufwand entsteht durch die Formalien: Registrierung, Erklärungen, Rechnungsformate, Dokumentation. Wie sich das in das Gesamtbild der Besteuerung einfügt, zeigen wir auf der Seite Steuern in Dubai; die Registrierung selbst begleiten wir über Buchhaltung und Tax Registration.
Stand: 3. November 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall.
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