Steuern

Wie finanziert sich Dubai ohne Steuern?

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Dubai finanziert sich nicht ohne Steuern. Seit dem 1. Januar 2018 gilt eine Umsatzsteuer, seit Geschäftsjahren ab dem 1. Juni 2023 eine Körperschaftsteuer, und seit 2017 werden Verbrauchsteuern auf Tabak, Energydrinks und gesüßte Getränke erhoben. Richtig ist: Es gibt keine Einkommensteuer auf Löhne und private Kapitalerträge. Das ist etwas anderes als Steuerfreiheit.

Der Bundeshaushalt 2026 in Zahlen

Das Finanzministerium der VAE weist für 2026 einen Bundeshaushalt von AED 92,40 Mrd. aus. Die Einnahmenstruktur:

  • Gebühren: 32,6 Prozent – der größte Einzelposten
  • Steuern: 26,7 Prozent
  • Investitionserträge: 22,1 Prozent
  • Beiträge der einzelnen Emirate: 18,1 Prozent
  • Pensionsbeiträge: 0,5 Prozent

Gegenüber 2025 stieg der Haushalt um 29 Prozent. Das Ministerium führt diesen Anstieg ausdrücklich überwiegend auf die Einführung der Körperschaftsteuer zurück. Die Steuerquote ist also nicht nur vorhanden, sie wächst.

Gebühren statt Steuern – das eigentliche Modell

Der größte Block sind Gebühren. Sie fallen an für Gewerbelizenzen und deren Verlängerung, für Visa, Emirates ID und medizinische Untersuchungen, für Beglaubigungen und Registereintragungen, für Grundbuchvorgänge und für eine Vielzahl von Verwaltungsakten. Dubai erhebt zusätzlich eine Housing Fee von 5 Prozent der vertraglichen Jahresmiete, die über die Stromrechnung eingezogen wird, sowie den Tourism Dirham von AED 7 bis 20 pro Hotelzimmer und Nacht.

Der ökonomische Unterschied ist erheblich: Gebühren fallen bei jeder Transaktion an, unabhängig vom Ergebnis. Für ein Unternehmen bedeutet das planbare Fixkosten statt einer gewinnabhängigen Belastung – und in schwachen Jahren eine relativ höhere Last.

Die Rolle des Öls – differenziert betrachtet

Die Emirate insgesamt erzielten im ersten Quartal 2025 nach Angaben des Wirtschaftsministeriums 77,3 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung außerhalb des Ölsektors; das war der bis dahin höchste gemessene Wert. Für das Emirat Dubai selbst liegt der Anteil deutlich höher: Bei einem Bruttoinlandsprodukt von USD 255,3 Mrd. im Jahr 2025 stammen nach Angaben des Dubai Department of Finance über 95 Prozent aus nicht-ölbasierten Sektoren – Handel, Logistik, Tourismus, Finanzdienstleistungen, Immobilien.

Ein häufig kolportierter Wert von „unter 1 Prozent“ lässt sich in keiner Primärquelle belegen. Die belegbare Aussage lautet: über 95 Prozent nicht-ölbasiert.

Investitionserträge: die dritte Säule

Rund ein Fünftel des Bundeshaushalts stammt aus Investitionserträgen. Dahinter stehen Staatsfonds, die über Jahrzehnte aus Rohstoffeinnahmen aufgebaut wurden und heute weltweit in Beteiligungen, Infrastruktur und Immobilien investiert sind. Diese Erträge tragen den Haushalt unabhängig vom Tagesgeschäft der heimischen Wirtschaft.

Was sich seit 2018 verändert hat

Die Entwicklung verläuft in eine klare Richtung: 2017 Verbrauchsteuern, 2018 Umsatzsteuer, 2023 Körperschaftsteuer, 2025 eine Ergänzungssteuer von 15 Prozent für große internationale Konzerne ab EUR 750 Mio. Weltumsatz. Ab 2027 folgt die verpflichtende elektronische Rechnungsstellung.

Wer heute plant, sollte deshalb nicht vom Zustand des Jahres 2015 ausgehen. Das Argument für die Emirate ist nicht mehr „keine Steuern“, sondern ein im internationalen Vergleich niedriger Satz bei gleichzeitig steigenden formalen Anforderungen – Registrierung, Buchführung nach IFRS, Verrechnungspreise, Prüfungspflichten.

Was das für Ihre Planung bedeutet

Ein System, das sich über Gebühren finanziert, verlangt Formalien. Genau dort entstehen die Kosten, die in den üblichen Vergleichsrechnungen fehlen: Lizenzverlängerungen, Visa, Buchhaltung, Abschlussprüfung. Ein realistischer Vergleich mit Deutschland rechnet diese Positionen mit – nicht nur die 9 gegen rund 30 Prozent. Wir haben den vollständigen Überblick auf der Seite Steuern in Dubai zusammengestellt und die Gegenüberstellung im Beitrag Steuern Dubai vs. Deutschland vertieft.

Stand: 3. September 2026. Quellen: UAE Ministry of Finance (Bundeshaushalt 2026), Ministry of Economy and Tourism (07.09.2025), Dubai Department of Finance. Dieser Beitrag ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

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Hannes Danho

Geschäftsführer – Danho & Partner Wirtschaftskanzlei

Danho & Partner ist eine deutschsprachige Wirtschaftskanzlei im DIFC Dubai. Wir begleiten Unternehmer aus dem DACH-Raum bei Firmengründung, Steuern und Banking in den VAE.

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