Banking

Amex Punkte pro Euro: Deutschland, USA und Georgien im Vergleich

Wie viele Amex Punkte pro Euro du sammelst, hängt weniger von der Karte ab als vom Land, in dem sie ausgegeben wird. Die deutsche, die US-amerikanische und die georgische American Express nutzen zwar alle den Namen Membership Rewards, rechnen aber in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Sätzen. Wir stellen die drei Varianten mit ihren Kosten nebeneinander. Vorab der wichtigste Punkt: Eine höhere Punktzahl bedeutet nicht automatisch einen höheren Gegenwert.

So entstehen Membership-Rewards-Punkte

Membership-Rewards-Punkte entstehen je Umsatzeinheit in der Währung, in der die Karte geführt wird: in Deutschland je Euro, in den USA je US-Dollar, in Georgien je Lari (GEL). Für den Vergleich je Euro rechnen wir deshalb mit rund 1,15 US-Dollar und rund 3,0 GEL je Euro. Das sind Rechenwerte.

Die Programme sind länderspezifisch: Ein deutscher, ein US- und ein georgischer Punkt sind nicht dieselbe Einheit. Was ein Punkt wert ist, hängt vom jeweiligen Programm und von der Art der Einlösung ab.

Deutschland: 1 Punkt je Euro, mit Turbo 1,5

Die deutschen Karten gibt American Express Europe in Frankfurt aus. Die Gold Card kostet 240 Euro im Jahr, die Platinum Card 720 Euro im Jahr. Auf jeden Euro Umsatz gibt es 1 Punkt. Mit dem Zusatz „Membership Rewards Turbo“ für 15 Euro im Jahr werden daraus 1,5 Punkte je Euro, allerdings nur bis zu einer jährlichen Obergrenze.

Für Umsätze außerhalb des Euro fällt ein Fremdwährungsentgelt von 2 Prozent an. Die Karte setzt einen Wohnsitz in Deutschland, ein Girokonto und eine positive Bonität voraus; American Express holt dafür eine SCHUFA-Auskunft ein.

USA: 1 Punkt je Dollar, 5 Punkte auf Reisebuchungen

Die US-Platinum kostet 895 US-Dollar im Jahr. Auf normale Umsätze gibt es 1 Punkt je US-Dollar. Bei rund 1,15 US-Dollar je Euro entspricht das rund 1,15 Punkten je ausgegebenem Euro. Fünf Punkte je Dollar gibt es auf Flüge, die direkt bei Airlines oder über American Express Travel gebucht werden (bis 500.000 US-Dollar im Jahr), sowie auf vorausbezahlte Hotels über American Express Travel. Fremdwährungsgebühren fallen keine an.

Der Haken liegt beim Zugang. In der Praxis setzt die Karte einen US-Wohnsitz und eine US-Kredithistorie voraus, denn der Antrag läuft über US-Kreditauskunfteien. Für Deutsche ohne US-Historie ist das praktisch aussichtslos. Mehr dazu im Beitrag zur US-Amex als Deutscher.

Georgien: 3 Punkte je Lari über SOLO

In Georgien ist die Bank of Georgia exklusiver Emittent von American-Express-Karten. Über SOLO, das Premium-Segment der Bank, wird die American Express Platinum ausgegeben. Sie bringt 3 Punkte je GEL Umsatz. Bei rund 3 GEL je Euro sind das rund 9 Punkte je ausgegebenem Euro, ebenfalls als Rechenwert.

Auf unserer Seite zum Bankkonto in Georgien beschreiben wir das Angebot im Detail. Das SOLO-Paket kostet rund 185 Euro im Jahr, die Platinum ist darin enthalten. Voraussetzung ist eine Einlage von mindestens 10.000 GEL, rund 3.300 Euro, als Sicherheit. Seit dem 5. Oktober 2026 können wir als exklusiver Partner von SOLO die Karte auch Kunden ohne georgischen Wohnsitz vermitteln. Die Karte muss von der Bank aber gesondert freigegeben werden. Details zur Karte stehen im Beitrag zur Amex Platinum aus Georgien.

Amex Punkte pro Euro im Vergleich

KarteJahreskostenPunkte je Euro (Rechenwert)BonuskategorienZugang
Deutschland Gold / Platinum240 € / 720 €, Turbo 15 €1, mit Turbo 1,5 bis zur Obergrenzekeine, nur Turbo als kostenpflichtiger ZusatzWohnsitz in Deutschland, SCHUFA-Auskunft
USA Platinum895 US-Dollarrund 1,155 je Dollar auf Flüge und Amex-Travel-HotelsUS-Wohnsitz und US-Kredithistorie
Georgien Platinum (SOLO)rund 185 € inkl. Karterund 93 Punkte je GEL UmsatzEinlage ab 10.000 GEL, Freigabe durch die Bank

Rechenbeispiel: 2.000 Euro Umsatz im Monat

Angenommen, du gibst 2.000 Euro im Monat mit der Karte aus, also 24.000 Euro im Jahr. Mit der deutschen Karte sammelst du 24.000 Punkte. Mit Turbo sind es bis zu 36.000 Punkte, aber nur bis zur Turbo-Obergrenze. Die US-Platinum bringt ohne Bonuskategorien rund 27.600 Punkte. Die georgische Platinum bringt rund 216.000 Punkte.

Diese Zahlen wirken eindeutig, sind es aber nicht: Es sind drei verschiedene, länderspezifische Programme. Die Punktzahl sagt nichts darüber aus, was du für die Punkte bekommst. Zur Rechnung gehören außerdem die Jahreskosten, bei der georgischen Karte die gebundene Einlage und der Wechselkurs, der die Punkte je Euro direkt verschiebt.

Wie wir das einordnen

Aus unserer Begleitung: Viele Mandanten fragen zuerst nach der Punktzahl. Bei einer Karte im Ausland zählen Zugang, Kosten und die eigene Lebenssituation aber meist mehr.

Beachte besonders: Punktzahlen aus verschiedenen Ländern lassen sich nicht direkt vergleichen. Wer 216.000 georgische gegen 24.000 deutsche Punkte stellt, vergleicht unterschiedliche Einheiten.

Unser Rat: Prüfe zuerst, welche Karte du bekommen kannst, und rechne dann mit echtem Umsatz, Kosten und Einlage. Die Punkte sind ein Zusatz, nicht der Grund für die Karte.

Vor der Kartenwahl klären

  • In welchem Land hast du deinen Wohnsitz, und welche Karten setzen genau diesen voraus?
  • Wie hoch ist dein tatsächlicher Kartenumsatz im Jahr?
  • Kannst du eine Einlage von 10.000 GEL dauerhaft binden?
  • Wie viel deines Umsatzes fällt in Fremdwährung an?
  • Wofür willst du die Punkte einlösen, und was bietet das jeweilige Programm dafür?

Stand: 7. Oktober 2026. Konditionen und Aufnahmekriterien ändern sich laufend; die Entscheidung über Konto und Karte liegt ausschließlich bei der Bank. Dieser Beitrag ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

Ablauf, Kosten und Voraussetzungen findest du auf unserer Seite zum Bankkonto in Georgien mit American Express. Wenn du in Deutschland keinen Wohnsitz mehr hast, lies auch unseren Beitrag zur Amex ohne Wohnsitz in Deutschland. Grundbegriffe rund um Konten und Karten erklären wir im Banking-Lexikon.

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Hannes Danho

Geschäftsführer – Danho & Partner Wirtschaftskanzlei

Danho & Partner ist eine deutschsprachige Wirtschaftskanzlei in der Meydan Free Zone, Dubai. Wir begleiten Unternehmer aus dem DACH-Raum bei Firmengründung, Steuern und Banking in den VAE.

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