Die Vereinigten Arabischen Emirate erheben keine Einkommensteuer von natürlichen Personen. Das gilt für Arbeitslohn ebenso wie für Dividenden, Zinsen, Veräußerungsgewinne und Mieteinnahmen im Privatvermögen. Es gibt keinen Tarif, keine Steuererklärung für Arbeitnehmer und keinen Lohnsteuerabzug. Auch Sozialversicherungsbeiträge fallen für Expatriates nicht an; die Beitragspflicht besteht nur für Staatsangehörige der VAE und der übrigen Golfstaaten.
Diese Lage hat sich durch die Einführung der Körperschaftsteuer 2023 nicht geändert. Die Körperschaftsteuer betrifft Unternehmensgewinne, nicht Privateinkommen.
Der Bundeshaushalt der Emirate stützt sich auf andere Quellen. Für 2026 weist das Finanzministerium bei einem Volumen von AED 92,40 Mrd. folgende Struktur aus: Gebühren 32,6 Prozent, Steuern 26,7 Prozent, Investitionserträge 22,1 Prozent, Beiträge der Emirate 18,1 Prozent. Ein System, das sich über Gebühren, Verbrauchsteuern und Kapitalerträge trägt, braucht keine Lohnbesteuerung, und gewinnt mit ihrem Verzicht ein starkes Argument im Wettbewerb um Fachkräfte und Unternehmen.
Wer in den Emiraten geschäftlich tätig ist und daraus mehr als AED 1 Mio. Umsatz im Kalenderjahr erzielt, unterliegt der Körperschaftsteuer, auch als natürliche Person (Cabinet Decision No. 49 of 2023). Das ist keine Einkommensteuer, wirkt für Selbstständige aber ähnlich. Arbeitslohn, private Kapitalanlagen und private Vermietung sind ausgenommen.
5 Prozent Umsatzsteuer, die Dubai Housing Fee in Höhe von 5 Prozent der Jahresmiete, Verbrauchsteuern und Verwaltungsgebühren belasten den Konsum, sie sind aber keine Einkommensteuer und hängen nicht an deinem Verdienst.
Sie stammt aus dem Abkommensrecht. Zwischen Deutschland und den Emiraten ist das Doppelbesteuerungsabkommen zum 31. Dezember 2021 außer Kraft getreten und wurde nicht ersetzt; im BMF-Schreiben zum Stand der Abkommen zum 1. Januar 2026 tauchen die VAE weder unter geltenden Abkommen noch unter laufenden Verhandlungen auf. Damit ist die 183-Tage-Regel gegenüber den Emiraten nicht anwendbar. Wer sie als Faustformel benutzt, rechnet mit einer Norm, die es in diesem Verhältnis nicht gibt.
Damit die Steuerfreiheit der Emirate bei dir ankommt, darf kein anderer Staat mehr dein Welteinkommen besteuern. Für deutsche Staatsangehörige hängt das an drei Normen:
Hinzu kommt bei Beteiligungen die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG, die bereits ab 1 Prozent greift.
Die folgende Übersicht zeigt, wie die häufigsten Einkunftsarten einer natürlichen Person in den Emiraten behandelt werden.
| Einkunftsart | Behandlung in den VAE | Hinweis |
|---|---|---|
| Arbeitslohn | keine Einkommensteuer | kein Lohnsteuerabzug, keine Steuererklärung |
| Dividenden, Zinsen und Veräußerungsgewinne im Privatvermögen | keine Steuer | gilt, soweit dafür keine Lizenz erforderlich ist |
| Mieteinnahmen aus privat gehaltenen Immobilien | keine Steuer | gilt, soweit die Vermietung nicht lizenzpflichtig ist |
| Lizenzpflichtige Geschäftstätigkeit mit mehr als AED 1 Mio. Umsatz | Corporate Tax | 0 Prozent bis AED 375.000 Gewinn, 9 Prozent auf den Teil darüber |
| Geschäftstätigkeit über eine eigene Gesellschaft | Corporate Tax auf Ebene der Gesellschaft | Small Business Relief bei Umsatz bis AED 3 Mio. für Steuerperioden bis 31.12.2029 möglich |
Aus unserer Begleitung von Unternehmern aus dem deutschsprachigen Raum kennen wir zwei typische Annahmen. Die erste: Wer in Dubai lebt, zahle automatisch keine Steuern mehr. Die zweite: Ein Aufenthalt von mehr als 183 Tagen in Dubai beende die deutsche Steuerpflicht. Beide Annahmen greifen zu kurz. Maßgeblich bleiben der Wohnsitz nach § 8 AO und der gewöhnliche Aufenthalt nach § 9 AO. Mehr dazu im Beitrag 183-Tage-Regelung Dubai.
Beachte besonders: Die Steuerfreiheit für Privatpersonen ist eine Aussage über das Recht der Emirate. Ob du sie für dich nutzen kannst, entscheidet sich an deinem Lebensmittelpunkt und an deinen Verbindungen nach Deutschland. Die Grundregel erklärt unser Lexikon unter Einkommensteuerfreiheit natürlicher Personen in den VAE.
Wer seine Ansässigkeit in den Emiraten belegen möchte, kann ein Tax Residency Certificate beantragen. Für natürliche Personen setzt Cabinet Decision No. 85 of 2022 in der Regel einen Aufenthalt von 183 Tagen in einem Zwölfmonatszeitraum voraus; unter Zusatzbedingungen genügen 90 Tage. Diese Tagesgrenze ist eine Regel des Rechts der Emirate für das Zertifikat und nicht mit der abkommensrechtlichen 183-Tage-Regel zu verwechseln. Das Zertifikat belegt die Ansässigkeit in den VAE, beendet aber nicht die deutsche Steuerpflicht.
Unser Rat: Geh diese Punkte vor dem Umzug durch, nicht danach. Wie wir dabei vorgehen, beschreiben wir auf der Seite Steuern in Dubai.
„Keine Einkommensteuer“ ist zutreffend, als Aussage über das Recht der Emirate. Als Aussage über deine persönliche Steuerlast ist sie nur dann richtig, wenn die Verlagerung sauber umgesetzt ist. Die Prüfreihenfolge und die typischen Fehler haben wir auf der Seite Steuern in Dubai zusammengestellt; die Gegenüberstellung mit Deutschland findest du unter Steuern Dubai vs. Deutschland.
Stand: 3. November 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall.
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