Definition und Einordnung
Die Mainland-Gesellschaft (Onshore) wird über das Department of Economic Development (DED) des jeweiligen Emirats lizenziert und unterliegt dem UAE Commercial Companies Law (Federal Decree-Law No. 32 of 2021). Ihr Kennzeichen: Sie darf uneingeschränkt im lokalen VAE-Markt tätig werden – Ladengeschäfte, lokale Dienstleistungen, Verträge mit Behörden.
Die wichtigste Reform: Seit 2021 ist für einen breiten Katalog wirtschaftlicher Tätigkeiten 100 Prozent ausländisches Eigentum zulässig. Der frühere Zwang, einen emiratischen Partner mit 51 Prozent zu beteiligen, entfällt für diese Aktivitäten. Für bestimmte Tätigkeiten mit strategischer Bedeutung können weiterhin Sonderregeln oder ein lokaler Agent gelten – die konkrete Aktivitätsliste ist beim DED zu prüfen.
Bedeutung für DACH-Unternehmer
Für DACH-Unternehmer ist die Mainland-Struktur die richtige Wahl, wenn das Geschäft im VAE-Markt selbst stattfindet: lokale Kundschaft, physische Präsenz, Handel innerhalb der Emirate, Behördenaufträge. Wer dagegen international oder online arbeitet, fährt mit einer Freihandelszone oft günstiger und einfacher. Steuerlich gilt für Mainland-Gesellschaften die reguläre Corporate Tax mit 0 Prozent bis zur Freigrenze und 9 Prozent darüber; das 0-Prozent-Regime der QFZP steht Mainland-Gesellschaften nicht offen. Die grundsätzliche Abgrenzung behandelt der Begriff Freezone vs. Mainland.
Rechenbeispiel
Ein Handwerksbetrieb will in Dubai lokal Aufträge ausführen und Personal beschäftigen. Eine Free-Zone-Lizenz erlaubt das lokale Geschäft nur eingeschränkt; daher gründet er eine Mainland-LLC über das DED mit 100 Prozent Eigentum. Bei einem steuerpflichtigen Gewinn von AED 600.000 fallen – über die Freigrenze von AED 375.000 – (AED 600.000 − AED 375.000) × 9 Prozent = AED 20.250 Corporate Tax an. Gebühren und Aktivitätsvoraussetzungen sind beim DED aktuell zu prüfen.
Wächst der Betrieb auf AED 1.500.000 Gewinn, steigt die Corporate Tax auf (AED 1.500.000 − AED 375.000) × 9 Prozent = AED 101.250; der effektive Satz nähert sich mit steigendem Gewinn den 9 Prozent, bleibt aber stets darunter. Anders als eine Free-Zone-Gesellschaft kann die Mainland-LLC den 0-Prozent-Satz der Qualifying Free Zone Person nicht nutzen – dafür hat sie den vollen lokalen Marktzugang, der einer Freizone fehlt.
Gründungsschritte und laufende Pflichten
Eine Mainland-Gründung folgt einem definierten Ablauf: Wahl der Rechtsform (häufig LLC) und der Geschäftstätigkeit aus der DED-Aktivitätsliste, Reservierung des Handelsnamens, Initial Approval, Anmietung von Geschäftsräumen mit Mietregistrierung (Ejari), Ausstellung der Handelslizenz und schließlich Establishment Card sowie Visa-Verfahren. Anders als bei einer reinen Free-Zone-Struktur ist ein physisches Büro im Emirat in der Regel Pflicht. Laufend gelten Buchführungs- und – abhängig von Größe und Tätigkeit – Auditpflichten sowie die Corporate-Tax-Registrierung und -Erklärung. Für DACH-Unternehmer bedeutet die Mainland-Route etwas mehr Aufwand und Fixkosten als eine Freizone, dafür vollen Marktzugang. Welche Aktivitäten 100 Prozent Eigentum erlauben und welche Nachweise nötig sind, ist beim DED des jeweiligen Emirats aktuell zu prüfen. Zu den laufenden Pflichten zählt je nach Größe und Tätigkeit eine Auditpflicht; für die Corporate Tax müssen ohnehin ordnungsgemäße Bücher geführt werden, unabhängig davon, ob am Ende Steuer anfällt.
Verwandte Begriffe
Freihandelszone (Free Zone), Freezone vs. Mainland, Holdinggesellschaft (VAE). Zur Gründung: Firmengründung Dubai Mainland.
Verwandte Begriffe
Quellen
- Department of Economic Development (DED) des jeweiligen Emirats – offizielle Angaben
- Federal Decree-Law No. 32 of 2021 (UAE Commercial Companies Law; 100-Prozent-Ownership-Reform)