Eine Tochtergesellschaft in Dubai zu gründen ist für eine deutsche GmbH rechtlich unkompliziert: In den Freezones und weitgehend auch auf dem Festland sind 100 % ausländische Gesellschafter zulässig. Die eigentliche Arbeit liegt im deutschen Steuerrecht. Weil der VAE-Steuersatz von 9 % unter der deutschen Niedrigsteuergrenze von 15 % liegt, kann die Hinzurechnungsbesteuerung greifen, und wird die Tochter faktisch aus Deutschland geführt, ist sie hier voll steuerpflichtig. Wie die Gründung selbst abläuft, zeigt unsere Seite Firmengründung in Dubai.
Für den Markteintritt stehen zwei Formen zur Wahl. Eine Tochtergesellschaft, meist als Freezone-Company oder Mainland-LLC, ist eine eigene juristische Person. Eine Zweigniederlassung (Branch) bleibt rechtlich Teil der deutschen GmbH, die voll für sie haftet. Steuerlich ist die Branch eine Betriebsstätte, ihr Gewinn gehört zum Einkommen der GmbH.
| Kriterium | Tochtergesellschaft (LLC/FZ-Company) | Zweigniederlassung (Branch) |
|---|---|---|
| Rechtsform | eigene juristische Person | unselbständiger Teil der GmbH |
| Haftung | auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt | GmbH haftet voll |
| Steuer in den VAE | Corporate Tax 0 % bis AED 375.000, darüber 9 %; ggf. 0 % als QFZP | Corporate Tax auf den Betriebsstättengewinn |
| Steuer in Deutschland | Dividenden zu 95 % frei (§ 8b KStG); Hinzurechnung bei passiven Einkünften | Gewinn im Einkommen der GmbH, VAE-Steuer wird angerechnet |
| Typischer Einsatz | eigenständiges Geschäft in der Region | Vertrieb oder Projekt ohne eigene Struktur |
Seit 2024 gilt eine Gesellschaft als niedrig besteuert, wenn ihre Ertragsteuerbelastung unter 15 % liegt (§ 8 Abs. 5 AStG). Das trifft auf 9 % ebenso zu wie auf 0 %. Beherrscht die deutsche GmbH die Tochter mit mehr als 50 %, werden deren passive Einkünfte in Deutschland hinzugerechnet, unabhängig davon, ob ausgeschüttet wird. Aktive Einkünfte nach dem Katalog des § 8 Abs. 1 AStG, etwa Produktion, Handel oder Dienstleistungen, bleiben grundsätzlich außen vor. Für Handel und Dienstleistungen gibt es Rückausnahmen, wenn die deutsche Muttergesellschaft daran mitwirkt.
Beachte besonders: Der Substanznachweis, mit dem sich EU-Gesellschaften entlasten können, steht für Gesellschaften in den VAE nicht zur Verfügung. Ein Überblick über den Mechanismus steht im Lexikon: Hinzurechnungsbesteuerung.
Eine Gesellschaft ist in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig, wenn sich hier ihr Sitz oder ihre Geschäftsleitung befindet (§ 1 KStG, § 10 AO). Werden die wesentlichen Entscheidungen der Dubai-Tochter in der deutschen Zentrale getroffen, verliert die Struktur ihren Zweck. Gleichzeitig behandeln auch die VAE eine Gesellschaft als ansässig, die dort tatsächlich geführt wird. Ohne Doppelbesteuerungsabkommen gibt es keine Regel, die diesen Konflikt auflöst.
Aus unserer Begleitung: Eine lokale Geschäftsführung mit echten Befugnissen, eigene Räume und dokumentierte Entscheidungen vor Ort sind die Grundlage. Was eine Briefkastenfirma ausmacht, solltest du kennen, bevor du gründest.
Leistungen zwischen Mutter und Tochter müssen zu Bedingungen wie unter fremden Dritten abgerechnet werden. Das verlangen beide Staaten: Deutschland nach § 1 AStG, die VAE nach Art. 34 bis 36 des Corporate-Tax-Gesetzes. In Deutschland sind Sachverhalts- und Angemessenheitsdokumentation Pflicht und auf Anforderung innerhalb von 30 Tagen vorzulegen. In den VAE ist mit der Steuererklärung ein Disclosure Form einzureichen; Master File und Local File werden erst ab AED 200 Mio Umsatz oder bei großen Konzernen fällig.
Werden Kunden, Personal oder Know-how aus Deutschland nach Dubai verlagert, kann eine Funktionsverlagerung vorliegen, für die Deutschland einen Wertausgleich verlangt.
Schüttet die Tochter an die deutsche GmbH aus, bleiben die Dividenden nach § 8b KStG außer Ansatz; 5 % gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben. Voraussetzung ist eine Beteiligung von mindestens 10 % zu Beginn des Jahres. Wurden Beträge bereits hinzugerechnet, verhindert § 11 AStG eine doppelte Erfassung.
Gründung oder Erwerb einer Beteiligung an einer Drittstaatengesellschaft musst du nach § 138 Abs. 2 AO melden, zusammen mit der Steuererklärung und spätestens 14 Monate nach Ablauf des Jahres. Für eine Holding-Lösung statt einer operativen Tochter lies den Beitrag Holding in Dubai gründen als Deutscher.
Unser Rat: Entscheide zuerst, welche Funktionen die Tochter tatsächlich übernimmt, und baue dann Personal, Verträge und Verrechnungspreise darauf auf. Eine Tochter, die nur Rechnungen schreibt, spart selten Steuern, sie verlagert nur Risiken. Weitere Hinweise zur Kombination mit einem deutschen Wohnsitz enthält der Beitrag Firma in Dubai gründen mit Wohnsitz in Deutschland.
Stand: 3. November 2026. Gesetze, Verwaltungspraxis und Fristen ändern sich; dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall.
Abgerufen am 3. November 2026.
Du planst eine Tochter in Dubai? Zonen, Ablauf und Leistungen findest du auf unserer Seite Firmengründung in Dubai 2026. Für Beteiligungsstrukturen siehe zusätzlich Holdinggesellschaft Dubai.
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