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IFZA Dubai: Lizenz, Visa und Ablauf der Freezone

Die International Free Zone Authority, kurz IFZA, gehört zu den meistgewählten Freezones für Gründer aus dem deutschsprachigen Raum – und sie ist die Zone, mit der unsere Kanzlei als Partner täglich arbeitet. Genau deshalb fällt diese Einordnung nüchterner aus als das, was Vermittlerseiten über die IFZA schreiben.

Was die IFZA ist

Die IFZA ist eine eigenständige Freezone-Behörde mit Sitz im Dubai Digital Park in der Dubai Silicon Oasis, dem Technologiepark im Osten der Stadt. Sie registriert Gesellschaften, stellt Lizenzen aus und wickelt die Visa ihrer Unternehmen ab – wie jede Freezone ist sie Register, Lizenzgeber und Immigration-Stelle in einem.

Ihren Platz im Markt hat sich die Zone über zwei Eigenschaften erarbeitet: schlanke Verfahren und eine Preisstruktur, die auch für Ein-Personen-Gesellschaften trägt. Das macht sie zur Standardempfehlung für Beratung, Dienstleistung und E-Commerce – nicht aber für jedes Geschäftsmodell, dazu unten mehr.

Lizenzkategorien und Tätigkeiten

Die IFZA führt sechs Lizenzkategorien: Consultancy, Service, Trading, General Trading, Industrial und Holding. Innerhalb einer Lizenz lassen sich mehrere Tätigkeiten kombinieren, auch über verwandte Bereiche hinweg – ein Berater kann etwa Online-Handel mit aufnehmen, ohne eine zweite Lizenz zu benötigen.

Wichtig ist die saubere Wahl der Tätigkeiten am Anfang. Nicht wegen der Zone – die ist flexibel –, sondern wegen der Bank: Bei der Kontoeröffnung wird geprüft, ob Lizenztätigkeit, Geschäftsmodell und erwartete Zahlungsströme zusammenpassen. Eine Lizenz voller Tätigkeiten, die mit dem eigentlichen Geschäft nichts zu tun haben, wirft dort Fragen auf.

Visa, Büro, Kapital

Die Pakete beginnen bei null Visa und lassen sich in Stufen erweitern; die Residence-Visa laufen über zwei Jahre. Ein eigenes Büro ist für kleine Strukturen nicht vorgeschrieben – die Registrierungsadresse beziehungsweise ein Flexi-Desk genügt, erst mit wachsendem Visa-Bedarf steigen die Anforderungen an das Büromodell.

Ein Mindestkapital muss nicht eingezahlt werden. Die Gesellschaft gehört zu 100 Prozent den ausländischen Gesellschaftern, ein lokaler Partner ist nicht erforderlich.

Der Ablauf

Die Gründung selbst funktioniert aus der Ferne: Tätigkeit festlegen, Namen reservieren, Pass und Unterlagen einreichen, Lizenz erhalten. Die Lizenz ist bei vollständigen Unterlagen häufig in wenigen Werktagen ausgestellt.

Danach folgt die bekannte Reihenfolge: Establishment Card, Visum, Emirates ID, Konto. Für Medical Check und Biometrie ist persönliche Anwesenheit in den Emiraten nötig – der Teil, der sich nicht auslagern lässt. Was ohne Anreise geht und was nicht, haben wir unter Dubai-Firma gründen ohne Wohnsitz beschrieben.

Was die IFZA kostet

Konkrete Beträge veröffentlichen wir hier bewusst nicht – die Zone passt ihre Pakete mehrfach im Jahr an, und beworbene Einstiegspreise sind selten Endpreise. Verlässlich ist die Struktur: Der Preis ergibt sich aus Lizenz, Visa-Kontingent, Büromodell und eventuellen Zusatzgenehmigungen; die Lizenz wird jährlich verlängert, Mehrjahreslizenzen gibt es mit Rabatt. Wie sich Freezone-Angebote seriös vergleichen lassen, zeigt unser Beitrag zu den Freezone-Kosten.

Zur Einordnung: Unser Komplettpaket für eine Free-Zone-Gründung liegt bei 9.999 EUR ohne Visum und 12.500 EUR mit ein bis zwei Visa – inklusive Lizenz, Corporate-Tax-Registrierung, Establishment Card, Begleitung bei der Kontoeröffnung und einem Jahr Buchhaltung.

Steuern: was für IFZA-Gesellschaften gilt

Auch eine Freezone-Gesellschaft muss sich bei der Federal Tax Authority für die Corporate Tax registrieren. Der Regelsatz beträgt 9 Prozent auf den Teil des Gewinns oberhalb von AED 375.000. Null Prozent gelten nur für eine Qualifying Free Zone Person – und nur auf qualifizierende Einkünfte, mit Anforderungen an Substanz und Einkunftsarten, die laufend erfüllt sein müssen.

Kleinere Gesellschaften können bis Ende 2029 das Small Business Relief nutzen, solange der Umsatz AED 3 Millionen nicht übersteigt. Wer die laufenden Pflichten – Buchhaltung, Filing, Fristen – nicht selbst stemmen will, sollte das vor der Gründung klären; wer dafür zuständig sein kann, ordnet unser Beitrag Steuerberater in Dubai ein.

Für wen die IFZA passt – und für wen nicht

Gut aufgehoben sind Dienstleister, Berater, Agenturen, Softwareanbieter und Online-Händler ohne Lagerbedarf: Sie bekommen eine vollwertige Gesellschaft zu planbaren Kosten. Wer physische Ware über den Hafen bewegt, ist in Zonen mit Logistik-Infrastruktur wie JAFZA besser aufgehoben; wer für institutionelle Gegenparteien maximale Reputation braucht, zahlt bei DMCC mehr und bekommt dafür den bekannteren Namen. Die Zone ist eine Standortentscheidung, keine Glaubensfrage.

Wie wir das einordnen

Als IFZA-Partner begleiten wir nicht nur Gründungen, sondern auch Verlängerungen, Anpassungen und – seltener, aber aufschlussreich – Lizenz-Kündigungen. Aus dieser Praxis: Die Zone arbeitet zuverlässig und schnell, solange die Unterlagen vollständig sind. Probleme entstehen fast nie bei der Behörde, sondern davor – bei unklaren Tätigkeiten, unrealistischen Visa-Planungen und Angeboten, die nur das erste Jahr einpreisen.

Beachten Sie besonders: Die Entscheidung für eine Zone wirkt Jahre. Ein Wechsel ist möglich, kostet aber Zeit, Gebühren und im Zweifel die Kontinuität beim Bankkonto. Die Auswahl sollte vom Geschäftsmodell ausgehen, nicht vom günstigsten beworbenen Paket.

Unser Rat: Wer für den Herbst plant – die aktuelle Lage spricht dafür, die Struktur jetzt vorzubereiten –, klärt zuerst Tätigkeit, Visa-Bedarf und Kontostrategie und wählt dann das Paket. In dieser Reihenfolge ist die IFZA für die meisten Dienstleistungsmodelle eine sehr solide Wahl.

Vor der Gründung klären

  • Welche Tätigkeiten muss die Lizenz tatsächlich abdecken?
  • Wie viele Visa brauchen Sie im ersten und im zweiten Jahr?
  • Reicht der Flexi-Desk oder verlangt Ihr Visa-Bedarf mehr?
  • Wer übernimmt Corporate-Tax-Registrierung, Buchhaltung und Fristen?
  • Passt das Geschäftsmodell zur Zone – oder nur der Preis?

Stand: 2. September 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall.

Ablauf, Kosten und Strukturwahl im Überblick finden Sie auf unserer Seite zur Firmengründung in Dubai.

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Hannes Danho

Geschäftsführer – Danho & Partner Wirtschaftskanzlei

Danho & Partner ist eine deutschsprachige Wirtschaftskanzlei im DIFC Dubai. Wir begleiten Unternehmer aus dem DACH-Raum bei Firmengründung, Steuern und Banking in den VAE.

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